Leitartikel Heimtextil III + IV KT-Nr. 37/38 2009

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Artikel als PDF downloaden: » Leitartikel Heimtextil III + IV als PDF-Datei (38 kb) DER SIEBENUNDDREISSIGSTEN UMSATZ-RANGLISTE HEIMTEXTILIEN GRUPPE III + IV, HAUS- UND TISCHWÄSCHE, RUND UM‘S BETT, MIT DEN DATEN VON 2008 ZUM GELEIT:

(er) Konnte der KLAR-TEXT. an dieser Stelle für 2007 noch ein sattes, zweistelliges Plus von 17,1 Prozent im Exportgeschäft für die Sparte der Heimtextilien melden, so gehört das heute leider aufgrund der Gesamtwirtschaftslage der Vergangenheit an. So entwickelte sich der Umsatz zum November des abgelaufenen Geschäftsjahres in der Heimtextilienindustrie um 3,3 Prozent rückläufig. Dabei wies das Inlandsgeschäft ein Minus von 2,7 Prozent aus, die Einbussen im Exportgeschäft waren mit einem Minus von 4,8 Prozent noch stärker betroffen. Es verringerte sich insgesamt der Exportanteil im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf nunmehr 28,8 Prozent.

Der Verband der Deutschen Heimtextilienindustrie sagt dennoch, dass es auch trotz der überwiegend negativen Vorzeichen durchaus in allen Heimtextilien-Sparten Gewinner gab. Diese Unternehmen heben sich innerhalb der Branche ab, sei es durch ihre hohe Innovationskraft, konsequente Markenkonzepte oder durch Stärke im Design. So kann man sagen, dass die Mehrzahl der Unternehmen, speziell in der Bettwarensparte, trotzdem mit der Geschäftsentwicklung zufrieden ist.

In einem Gratulationsbericht zum 60jährigen Bestehen der Fachzeitschrift „Haustex“ sagt aber auch Christian Dierig (Vorstand Dierig Holding AG): Unsere Industrie ist leider ausgewandert. Das liegt daran, dass die Industrien immer dahin wandern, wo sie den notwendigen Produktionsfaktor am günstigsten bekommen. Für die Heimtextilienindustrie hat dies geheissen, dass man schnell in preiswertere Lohnländer gedrängt wurde. Deutschland ist dabei kein Einzelfall. Das grosse Textil- und Modeland Frankreich liegt ebenso darnieder wie die grossen Webereien in Manchester oder in ganz England. Der kometenhafte Aufstieg mancher Länder wie Portugal und Spanien geht mittlerweile auch wieder bergab. Grosse Teile Europas müssen ebenso wie Deutschland den Schwund der Textilindustrie hinnehmen - viele der asiatischen Länder freuen sich über deren Entstehen.

Und noch ein Problem spricht Christian Dierig an, es ist gleichsam die Quadratur des Kreises. Auf der einen Seite weiss er um die Wichtigkeit der Marke der ECHTEN, die im Bewusstsein der Endverbraucher am Leben gehalten werden muss. Auf der anderen Seite sind die gross angelegten Kampagnen, die das bewirken, heute nicht mehr bezahlbar. Fazit: „Viel hat sich gewandelt, und verursacht durch die momentane Krise wird sich diese Wandlung zwar auf demselben Wege, aber schneller vollziehen. Bereits bei der ersten Ölkrise 1971/72 ist eine grosse Anzahl von Textilunternehmen in diesem Land verschwunden, ebenso wie zehn Jahre später Anfang der 80er. Dieser Zyklus wird sich fortsetzen, und unsere Industrie wird in diesem Land, sofern dies überhaupt noch möglich ist, weiter schrumpfen.

PS: Der Gesamtumsatz aller gelisteten Unternehmen fällt höher im Vergleich zum Vorjahr aus, da die Recherchen intensiviert wurden.


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