MUSTANG JEANS KT 19/20 2010

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Ein grosser Mann,

und das ist er im wahrsten Sinne des Wortes, sowohl körperlich als auch geistig. Albert Sefranek wird 90 (in Worten: neunzig) Jahre alt, und das bei bester Verfassung, sowohl körperlich, als auch geistig. Man muss nicht lange nachdenken um zu wissen in welcher Zeit sein Lebenswerk am Zenith stand, in welchen Jahrzehnten der Höhepunkt seiner Schaffenskraft lag, sowohl körperlich als auch geistig. Er ist sozusagen der Prototyp jener Männer die das legendäre deutsche Wirtschaftswunder aus der Taufe gehoben haben. Derjenigen die als erste mit einer sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik konfrontiert waren und wie man heute guten Gewissens sagen kann, das Beste daraus gemacht haben.

Den Grundstock für das reiche, an weltwirtschaftlichen Standards gemessen, spitzenstellunggewöhnten Deutschland, hat diese Generation gelegt. Albert Sefranek hat die Chancen, die ihm die Nachkriegszeit geboten hat erkannt und angenommen.

Die hundertmal erzählte Geschichte von den sechs Flaschen Schnaps darf auch in dieser Laudatio nicht fehlen. Sie beginnt 1948, in einer Zeit also wo noch nichts so richtig funktionierte, mit dem damaligen Schwarzmarkt dessen Kerngeschäft der Tauschhandel war. Von einem amerikanischen GI wechselten in einer schummrigen Bar sechs Jeans den Besitzer gegen sechs Flaschen Schnaps. Das war der Startschuss für eine grossartige Karriere, die als bahnbrechend zu bezeichnen ist.

Seit 1949 stellte man daraufhin in Künzelsau die ersten Jeans, oder besser, wie die Schwaben sie wegen ihres engen Schnitts nannten, Röhrleshosen her. Aus dem Arbeitsbekleidungsbetrieb der Schwiegermutter Luise Hermann wurde so peu á peu ein freizeitorientiertes Unternehmen, das bis heute zu einer Lifestyle – Marke mutierte. Genau das war die nächste von Albert Sefranek früh erkannte Leistung – dem Kind einen Namen zu geben, will sagen, nach allen Regeln der Kunst eine Marke auf- und auszubauen. Markenwerdung, Markenbildung, Markenpflege, stellen ein hochsensibles Marketinginstrument dar, in dem man schneller Fehler machen kann, als gedacht. Albert Sefranek hat rechtzeitig den Wert einer ECHTEN Marke erkannt. Zur Initialzündung der Marke Mustang dichtet Albert Sefranek keine grosse Story: Ich sagte irgendwann MUSTANG und das war’s. 1961 wurde in Künzelsau die erste Stretch-Jeans europaweit produziert. Jetzt alle Innovationen und Stationen der Unternehmensgeschichte aufzuzählen würde den Rahmen der Berichterstattung bei weitem sprengen. So gehen wir nocheinmal auf die Person Albert Sefranek ein, die vor allen Dingen durch einen sehr trockenen omnipräsenten Humor besticht. Bei allen Höhenflügen und Erfolgen ist dieser Mann jedoch stets mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben, ausgestattet mit einem ausgeprägten Familiensinn und einer Geradlinigkeit die fasziniert. Das authentischste an der Marke Mustang ist Albert Sefranek selbst. Als er 1974 seinem, in vieler Hinsicht ihm sehr ähnlichen Sohn Heiner die Steigbügel halten musste, fiel ihm das anfänglich nicht ganz leicht, naturgemäss, da wir es mit zwei starken Charakteren zu tun haben. Dennoch können wir als nachfolgende Generation nicht den Dank verweigern an eine Gründergeneration, die die Basis für unseren heutigen Wohlstand geschaffen hat. An Albert Sefranek schon gar nicht, der durch seine menschliche Nähe und Wärme und immer mit seinem wohldosierten Humor zum Vorbild geworden ist. Und zum guten Schluss sei noch eine Eigenschaft erwähnt, er der grosse Kunstliebhaber, hat sie immer gepflegt: Er kann sich noch so richtig freuen, als neunzigjähriger – wie ein neunjähriger. Sybille & Eugen Rapp

Redaktion KLAR-TEXT, im Mai 2010

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