hessnatur KT 39/40 2010

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DER EINUNDDREISSIGSTEN UMSATZ-RANGLISTE DER VERSENDER,
TEXTILIEN UND BEKLEIDUNG ZUM GELEIT:


Von Krise keine Spur

Das trifft jedenfalls auf den Versand- und Online-Handel im krisengebeutelten Jahr 2009 zu. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) hat in einer ausführlichen Studie zum vierten Mal über das Bielefelder Forschungsinstitut TNS Infratest 30.000 Privatpersonen von Januar bis Dezember 2009 befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 2009 war das Rekordjahr für den Versand- und Online-Handel.

Die Kaufbereitschaft der Deutschen im Internet ist ungebrochen. Dank starker Zuwächse im E-Commerce wuchs der Versand- und Online-Handel in Deutschland im Jahr 2009 um 1,7 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 29,1 Mrd. Euro (2008: 28,6 Mrd.). Damit legte die Branche ein weiteres Mal gegen den allgemeinen Trend im Einzelhandel zu. Der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel stieg dabei auf das neue Rekordhoch von 7,4 Prozent (Vorjahr: 7,2 Prozent). Diese Zahlen hat der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) heute auf seiner Auftaktpressekonferenz 2010 in Hamburg bekanntgegeben. Die Daten basieren auf der repräsentativen Verbraucherstudie „Distanzhandel in Deutschland 2009“, die das Forschungsinstitut TNS Infratest zum vierten Mal im Auftrag des bvh durchgeführt hat. „Wir sind sehr froh, dass sich unsere Jahresprognose bestätigt hat“, sagte Thomas Lipke, Mitglied im Vorstand und Vorsitzender des Arbeitskreises E-Commerce im Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) sowie Geschäftsführer des Hamburger Multi-Channel-Versenders Globetrotter Ausrüstung.

Erstmals in der Geschichte des Versand- und Online-Handels erzielte die Branche im Jahr 2009 über 50 Prozent – um genau zu sein: 53,3 Prozent – ihres Umsatzes über das Internet. Der Online-Umsatz mit Waren legte damit stärker als erwartet zu und wuchs um rund 16 Prozent auf 15,5 Mrd. Euro (Prognose für 2009: +15 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro). Der Umsatzanteil der klassischen Bestellwege Telefon, Brief oder Fax sank gleichzeitig auf 40,9 Prozent (2008: 46,5 Prozent). „Der Wareneinkauf per Internet dominiert das Versandgeschäft“, sagte Lipke, „das Wachstum im Online-Handel übertraf unsere Erwartungen leicht“.

Versender, die ihre Waren über Katalog und Internet anbieten (Multi-Channel-Versender), verzeichneten über alle Bestellwege hinweg im Jahr 2009 insgesamt 3,2 Prozent Umsatzrückgang auf 16,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,6 Mrd.). Im Internet stieg ihr Umsatz hingegen um 12,5 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,2 Mrd.). Insgesamt rund 5,2 Mrd. Euro setzten die reinen Internet-Versender im vergangenen Jahr um und kommen damit auf Platz 2 der Umsatzrangliste. Über alle Bestellwege hinweg legten sie insgesamt um 15,1 Prozent, speziell bei den Online-Umsätzen um 19,8 Prozent auf rund 4,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,7 Mrd. Euro) zu. Die Differenz erklärt sich damit, dass auch bei den reinen Internet-Händlern mitunter telefonische Bestellungen eingehen. Die Ebay-Powerseller als drittumsatzstärkste Gruppe steigerten ihre Erlöse im Jahr 2009 um 2,4 Prozent auf rund 2,13 Mrd. Euro. Die Teleshopping-Versender konnten insgesamt 5,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro Umsatz zulegen. Die Apothekenversender setzten über alle Bestellwege hinweg rund 340 Mio. Euro um (+6,3 Prozent) um. Die „Versender mit Heimat im Stationärhandel“ und die „Hersteller-Versender“ legten zweistellig zu.

Mit 13,4 Mrd. Euro Umsatz ist die Warengruppe „Bekleidung/Textilien/Schuhe“ unbestrittene Nummer 1 auf der Versandeinkaufsliste der Deutschen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Gesamtumsatz stabil. Die Versandhandelskunden kaufen Bekleidung, Textilien und Schuhe aber immer häufiger im Web. Sie sorgten damit im Bereich Mode für ein Online-Handels-Plus von 11,7 Prozent auf rund 5,2 Mrd. Euro Umsatz (Vorjahr: 4,6 Mrd.). Mit „Medien, Bild- und Tonträgern“ erzielten die Versender über alle Bestellwege hinweg Warenerlöse von rund 3,1 Mrd. Euro (+7,3 Prozent; Vorjahresumsatz: 2,9 Mrd. Euro), davon werden 2,3 Mrd. Euro (+19,2 Prozent) über das Internet generiert. Die Warengruppe „Unterhaltungselektronik/Elektronikartikel“ gewinnt im E-Commerce 11,7 Prozent hinzu und erreichte vergangenes Jahr 1,4 Mrd. Online-Umsatz. Damit kaufen die Deutschen auch Unterhaltungselektronik überwiegend im Web. Der Gesamtumsatz in dieser Warengruppe betrug rund 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd.) und war insgesamt rückläufig.

Redaktion KLAR-TEXT, im Oktober 2010


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