DTB KT 47/48 2010

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Ein Vierteljahrhundert im Dialog,

oder besser, 25 Jahre erfolgreiche Partnerschaft in der Textil- und Bekleidungsindustrie bestehend aus den fachspezifischen Arbeitskreisen, deren allgemeines Credo lautet: Qualitätssicherung. Neben dem quasi Markendach der Qualitätssicherung stehen Ökologie Beschaffung und Produktion, Supply Chain Management und Seminare/Workshops. Dieser „Club of Rome“ hat in der aktuellen Momentaufnahme 174 (in Worten: einhundertsiebzigvier) Mitglieder aus der gesamten textilen Kette mit einem Umsatz von ca. 30 Milliarden Euro bezogen auf sieben europäische Länder.

Es kommt selten vor, dass wir im KLAR-TEXT ein Titelsujet mit Personen abbilden, doch gerade hier konnten wir nicht widerstehen die beiden Turbofrauen des DTB, die entscheidend und vor allen Dingen mit höchstem persönlichen Einsatz an der Entstehung dieser so effektiven Organisation mitgewirkt haben. Allen voran Anna Nieß als Geschäftsführerin fungierend das Herz, das den Pulsschlag der unermüdlichen Arbeitskreise bestimmt.

Von der ersten Stunde auch dabei Susanne Paß, deren Vater Gustav A. Paß als Prokurist der Firma Willy Bogner zu den Mitgründern des DTB gehörte.

Letztendlich konnte der DTB in seiner heutigen Form aber nur durch das von Anfang an enorme Engagement von Willy Bogner entstehen. Als Unternhemer der zu jeder Zeit über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut hat, weltgewandt, fair und sportlich, konnte er sich eine an einem Strang ziehende Industrie vorstellen, um das grosse Ziel der Qualitätssicherung gemeinsam auch mit Wettbewerbern zu erreichen. Dass für seine eigene Marke „Bogner“ die Qualität absolute Priorität geniesst, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Zum zwanzigsten Jubiläum, also vor genau fünf Jahren, hat der damalige Chefredakteur der „Textilwirtschaft“ Jörg Hintz ein Interview mit Willy Bogner geführt, das bis zum heutigen Tag kein Jota an Bedeutung verloren hat. Sinngemäss stand dabei die Frage an, wie Bogner zum Geburtshelfer des DTB werden konnte, die Willy Bogner wie folgt beantwortete:
Wir stellten immer hohe Anforderungen an die Qualität. In der Produktion konnten wir unsere Standards zwar erfüllen, aber bei der Zusammenarbeit zwischen den Stufen kamen wir nicht voran. Wir waren halt nicht groß genug, um Branchen übergreifende Standards allein durchzusetzen. Deshalb haben wir uns für den DTB eingesetzt, der sich diese Zusammenarbeit auf die Fahnen schrieb. Nicht zuletzt war es natürlich auch Anna Nieß, die uns von diesem Engagement überzeugt hat.
Die nächste Frage von Jörg Hintz bezog sich auf etwaige anfängliche Probleme, dazu Willy Bogner:
Es gab hier und da Bedenken in der Textilindustrie, dass die Bekleidungsindustrie ihre Vorstufe über den Tisch ziehen wolle. Es ging dabei zum Beispiel um Gewährleistungsansprüche. Aber der DTB konnte durch seine konkrete und praxisnahe Arbeit sehr schnell eine Vertrauensbasis schaffen. Wichtig ist auch, dass die Arbeit des DTB international ausgerichtet war. Allen war klar, dass die stufenübergreifende Zusammenarbeit nicht an den Landesgrenzen halt machen konnte. das ist natürlich immer wichtiger geworden. Je komplexer und internationaler die Prozesse sind, um so entscheidender werden anerkannte und klar definierte Standards. Bei Bogner haben wir pro Jahr 120 000 Varianten in den Kollektionen zu bewältigen. Und als Marke müssen wir das verlässlich bei Qualität und Lieferung machen. Da braucht man klar definierte Standards. Deshalb gehen wir zum Beispiel auch bei der Lieferantenauswahl nach den DTB-Kriterien vor.

Auf die Frage ob und inwieweit sich Bogner auch in Zukunft im DTB engagieren wird, sagt Willy Bogner:
Wir sind mehr denn je überzeugt von der Bedeutung der Arbeit, die der DTB leistet. Deutschland ist Qualitätsland. Deshalb sind Standards und Systeme zur Qualitätssicherung um so wichtiger. Hier hat unsere Industrie viel geleistet. Die Deutschen feiern sich ja nicht so gern. Hier wäre es angebracht. Wir verbeißen uns hierzulande sehr gern in die Fehleranalyse, statt uns mit Lösungen zu befassen. Der DTB hat ein branchenweites Netzwerk geschaffen, wo es früher kaum Kommunikation zwischen den Unternhemen gab. Wir sollten ihn feiern. Er hat es verdient. Soviel zum Interview.

Und weil wir schon beim Deutschen Fachverlag sind, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieser dem DTB 1994 den „Forum-Preis der Textil-Wirtschaft“ gewidmet hat. Dazu heisst es: „Die Auszeichnung gilt einer unternehmerischen oder persönlichen Leistung, die von grossem Einfluss mit nachhaltiger Wirkung auf die Entwicklung dieses Wirtschaftsbereichs ist.
Last aber bei weitem nicht least, kommen wir zu Hans Theo Baumgärtel dem langjährigen Vorstandsvorsitzendem des DTB, der in besonnener, souveräner Art und Weise die Geschicke massgeblich beeinflusst. Aus dem Hause Betty Barclay in Nußloch kommend, kann man ihm den Vollblutprofi ohne schlechtes Gewissen gerne unterstellen.
Darüberhinaus kommen die jährlich stattfindenden Tagungen des DTB einem Rechenschaftsbericht über die geleistete Arbeit gleich und bieten einer Vielzahl hervorragender Referenten die Gelegenheit vor einem Fachpublikum zu sprechen. An guten Köpfen hat es dem DTB nie gefehlt.

Der guten Ordnung halber hier noch zusammenfassend den im November 2008 gewählten Vorstand insgesamt:
Textil: Gunter Besenreuther/KBC Manufaktur Koechlin Baumgartner & Cie.AG, Johann Liegl/Freudenberg Vliesstoffe KG, Dr. Wilfried Holtgrave/WKS Textilveredlungs GmbH
Bekleidung: Hans Theo Baumgärtel/Vorstandsvorsitzender DTB Betty Barclay Kleiderfabrik GmbH & Co.KG, Anna Nieß/Geschäftsführung DTB Willy Bogner GmbH & Co.KGaA, Wilfried Bäuning/F.W. Brinkmann GmbH, Guido Dohm/Stellvertretender Vorstandsvorsitzender DTB

Fünfundzwanzig Jahre DTB das heisst fünfundzwanzig Jahre harte Arbeit, das heisst aber auch, ein vierteljahrhundert konstante Entwicklung, Anerkennung und Erfolg und es heisst noch etwas ganz anderes: zusammen feiern. Die Vorabende sind dem gesellschaftlichen Teil gewidmet, die die Stadt München meist von ihrer schönsten Seite zeigt.

Fazit: Kooperation statt Destruktion.
Eugen Rapp

Redaktion KLAR-TEXT, im Dezember 2010

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