Carl Gross KT 01/02 2011

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Carl Gross am Rubikon.

Der Herrenschneider aus Hersbruck stand im soeben abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 am fünfzig Millionen Euroumsatzrubikon. Hat er es geschafft? Bei den zweistellig erhöhten letzten Quartalszahlen vornehmlich im deutschsprachigen Raum, will sagen, Deutschland, Österreich und der Schweiz, kann man eigentlich davon ausgehen. Der KLAR-TEXT hat nachgefragt: Carl Gross hat es geschafft. Und so sind wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die ersten, die über diesen Meilenstein berichten. Jetzt sollten in Hersbruck eigentlich die Champagnerkorken knallen, doch das hat man bei dem Workshop im wahrsten Sinne des Wortes vorweggenommen, im wahrsten Sinne, da bei dem Pressetreff, wie in den Jahren zuvor akribisch gearbeitet und danach im Palazzo in Nürnberg gefeiert wurde. Jedes Knopfloch, Innenfutter, unterlegte Krägen, farbige Biesen und Nähte wurden eingehend präsentiert, demonstriert und liebevollst detailisiert. Damit konnten beide Linien von Création Gross und CG den gehobenen Facheinzelhandel überzeugen. Die junge progressive Linie CG vor allen Dingen, die mit sportiven Sakkos und super Details im Handel als auch beim Endverbraucher bestens ankam. So wurde das Krisenjahr 2009 mehr als kompensiert. Die neuen Kollektionen für Herbst/Winter 2011/12 versprechen wiederum viel und lesen sich wie folgt:

INSPIRATIONEN HW 2011/12
Carl Gross
Die Modern Businesswear von CARL GROSS zeigt erneut für Herbst/Winter 2011/12 einen selbstbewussten, angezogenen Look, der eine gewisse Lässigkeit und Entspannung ausstrahlt. Die Casualisierung der Konfektion schafft entspannte Anzug- und Sakkotypen mit fließenden Übergängen zwischen Sportivität und Eleganz.

Kompromisslose Qualitäten, ein innovatives Design, aufwendige und individuelle Detaillösungen und eine moderne Silhouette zeichnen die Keylooks der kommenden Herbst/Wintersaison aus. Ein moderner City-Look, der dem gegenwärtigen Zeitgeist stilistisch gerecht wird. Innerhalb der Kollektion unterscheiden die Hersbrucker zwischen Basic Fitting und Modern Fitting. Basis in beiden Serien ist eine schlank anmutende Silhouette.

Charakteristisch für die Basic Fitting Modelle sind schräggestellte Patten-Taschen, eine zusätzliche Billettasche, Armpatches, Halbfütterungen und „two-in-one“ Effekte, wie heraustrennbare Westeneinsätze. Die Sakkolängen liegen hier bei 77,5 cm. Bei den Modellen der Modern Fitting-Serie hingegen liegen die Sakko-Längen zwischen 76 cm und 77 cm. Durch eingeschobene Sakkoärmel, übersteppte Ärmel, softe Verarbeitungsmerkmale und aufgesetzte Pattentaschen wirkt diese Serie nochmals einen Touch sportiver. CARL GROSS unterteilt die Kollektion Herbst/Winter 2011/12 in fünf Serien, die sich in Bezug auf die Qualitätsauswahl individuell darstellen.
Den Anfang macht NATURE COTTON, in der u.a. softe Baumwollqualitäten in Fustagno-Optiken, gewaschene Baumwolle und Cord in verschiedenen Finishings den Ton angeben. Ein Stoffkonzept, das durch softe Verarbeitung und den teils gewaschenen und innovativen Qualitäten dieser Serie einen sportiven Touch verleiht. Uni nahe Micro-Qualitäten und Fischgrat Dessins in Baumwolloptiken ergänzen das Portfolio.

Neue Innenfutter-Kompositionen sowie anspruchsvolle Details unterstreichen nochmals die sportive Anmutung. Das Innenleben eines CARL GROSS Sakkos wird wahrlich inszeniert. Halb- und Butterfly-Fütterungen, kontrastierende Farben und Dessins, unkonventionelle Abfütterungen aus Flanell und Oxford (wie man sie von Hemden kennt), Biesen, abgepaspelte Rückensättel und Innentaschen aus Oberstoff verschmelzen zu einem Ganzen und sorgen für eine kreative Belebung, die sich im Design kompromisslos weiterführt.

So sind es zum Beispiel eingearbeitet Golffalten, die mehr Bewegungsfreiheit zulassen, aufgesetzte Pattentaschen, angeschnittene Kragenlaschen, Unterkrägen und Armpatches aus Ziegenveloursleder sowie durchgeknöpfte Ärmelschlitze, die den Look jedes einzelnen Sakkos perfektionieren.

Die „angezogene Entspanntheit“ in der Serie NATURE COTTON findet ihren Höhepunkt in einem Pullover-Sakko mit Butterfly-Abfütterung aus Flanellhemdenstoff in einer Fustagno-Baumwollqualität. Leicht, komfortabel, elegant und lässig zugleich!
Die Farbrange setzt sich aus brillanten Nuancen, von Beige-, über Braun- und Cameltönen zusammen.

Die zweite Serie FEEL WOOL steht übergreifend für ein entspanntes „Pullover-Sakko- Feeling“. Der Wohlfühlgedanke gepaart mit einem sportiven Anspruch steht im Fokus dieser Serie. Hier dreht sich alles um die neuen innovativen Qualitäten, die die Webereien für den kommende Herbst/Winter 2011/12 entwickelt haben. Sie bilden die Essenz für eine Konfektion, die raffinierte Detaillösungen in Bezug auf Stoffeinsätze und Verarbeitung zulassen.

Ein Highlight sind hier u.a. Wollmischungen mit Seidenanteil – eine Qualität mit two-in-one Effekt. Durch Finishings, wie aufgeraute Oberflächen, erhält die Qualität eine winterlich anmutende Optik mit Cashmere-Touch. Die linke Seite hingegen ist unbearbeitet und somit glatt.

Ein schöner Effekt, der sich in vielen Detaillösungen widerspiegelt und für subtile Kontraste bei den Causal-Sakkos sorgt. Gespielt wird mit Gegensätzen. Hier treffen angeraute Oberflächen auf glatte und sorgen so für außergewöhnliche Key-Visuals, die erst auf dem zweiten Blick sichtbar sind.

So werden Oberkrägen, zweite Brustleisten, der Untertritt am Ärmelsaum, Armpatches oder der Oberkragensteg in Kombination mit dem Unterkragen aus den gedrehten Warenseiten gefertigt. Raffinierte Detaillösungen mit Understatement. Neben den neuen two-in-one Qualitäten komplettieren winterliche Jerseys in Double-Face-Optiken die FEEL WOOL Serie. Bei den Dessinierungen bestimmen Donegals und Fischgrat das Bild. Die Farbrange spielt sich zwischen hellen Beige- und Grautönen ab. Ein edles und ansprechendes Farbspiel, das perfekt zu der Serie passt.

Hochwertigste Woll-Qualitäten, gewebt von italienischen Topwebern, offeriert die Serie CASH WOOL. Die Oberflächen sind oft angestoßen und erhalten so einen volumigen winterlichen Touch. Mit Cord, Tweed und Shetlands kombiniert entstehen neue Outfits, die den Brocken Suit Gedanken partiell aufnehmen und für moderne Kombinationen sorgen. Unterschiedliche Muster- und Stoffbilder, die zu einem Ganzen verschmelzen und die Konfektion beleben.

Der gedeckten Farbrange der Sakkos und Anzüge stehen kräftige Farben wie Burnt Orange, Curry und Moonlight Blue gegenüber. Farben, die sich bevorzugt in den aus Tweed, Shetland und Cord gefertigten Westen wiederfinden und die klassische Kombination aufbrechen.

Zudem dienen sie als Akzentfarbe für Paspeln an Billettaschen oder sorgen hier und da für einen farbigen Kontrast, wie zum Beispiel bei dem ausknöpfbaren Drehteufel, der je nach Belieben auch im Innenteil des Sakkos seinen Platz finden kann.
Das Gros an Sakkos in dieser Serie sind einreihige 2-Knopfvarianten mit schmalen Facons, Patten- und Billettaschen.

TWEEDY WOOL & HARRIS TWEED folgt ganz dem traditionellen Thema Brit-Chick. Die Dessins zeigen klassisch markante englische Karos in satten Grün- und Blautönen, immer umgesetzt auf modernen Qualitäten. Durch spezielle Ausrüstungen werden die einst rustikalen Vorgänger zu soften und geschmeidigen Oberstoffen.

Als idealer Kombipartner kommt Veloursleder zum Einsatz. Veloursleder findet seine Verwendung als Applikation, ziert Unterkrägen, wird als Paspeln an Billettaschen verarbeitet oder dient als abgesteppte Variante ausknöpfbaren Westeneinsätzen. Dies sind die wesentlichen Zutaten, die aus einem traditionsreichen Thema moderne zeitgerechte Outfits mit Twist machen.

NEW TRADITION verbindet gegenwärtige Modernität mit traditionellen Einflüssen. Diese Serie stellt den Anzug - mit all seinen modernen Eigenschaften, die er heute erfüllen muss - in den Mittelpunkt. So werden ausschließlich hochwertige IWS-Qualitäten von den renommiertesten italienischen Webereien wie Reda und Marzotto verwendet. Uni-nahe Strukturen, moderne Shadow-Checks und dezente Streifen bilden die Basis. Wichtig sind angestoßene Qualitäten mit einem soften winterlichen Touch.
Die Dessinierungen bleiben eher klassisch, sorgen jedoch durch ihren kontrastreichen Einsatz für innovative und raffinierte Interpretationen. Mit dem spielerischen Kombinieren der Oberstoffe schaffen die Hersbrucker individuelle Anzug-Typen, die sich von der Norm absetzen. So treffen Pepitas auf Checks und Streifen auf Unis – immer tonig und aus einer Farbfamilie.

Der karierte Armpatch ist weniger auffällig auf dem Pepita-Sakko und die gestreifte Weste unter dem dreiteiligen unifarbenen Anzug spricht für die Individualität des Trägers, ohne aufdringlich zu wirken. Details ja, aber dezent und zurückhaltend.

Die Innenausstattung der Anzüge gehen mit der unprätentiösen Gesamtoptik konform. Minimaldessins, filigran verarbeitete Paspeln und Biesen, funktionelle Innentaschen und mit Kontrastfuttersattel ausgestattete Innenleben stellen in erster Linie die handwerkliche Fertigung in den Vordergrund. Mit Sakkolängen von 77 cm und 77,5 cm, einer schlanken Silhouette kombiniert mit einer Hose mit schmalem Beinverlauf und einer Fußweite von 42 cm, treffen die Anzüge von CARL GROSS auf den heutigen Zeitgeist. Modernität und Tradition im harmonischen Einklang.

Die Farbrange bleibt ebenfalls klassisch modern. Von Mittelgrau bis Anthrazit, von Marine bis Italian Blue reicht das Spektrum der Winterdarks.

INSPIRATIONEN HW 2011/12
CG
Hinter den Initialen der jungen und progressiven Marke CG steht nicht nur eines der wenigen familiengeführten deutschen Textilunternehmen, sondern eine Kollektion, die ein weiteres Mal mit einer Vielzahl von kreativen unkonventionellen Lösungen und Details überzeugt.

In ihren drei Trendthemen BLUE HOUR, DARK FOREST und ICELAND (kombiniert mit drei saisongerechten Lieferterminen) offerieren die Hersbrucker zwei Silhouetten. Zum einen die Serie High Fashion, die Sakkos mit skandinavischer Schulter in einer Sakkolänge von 73,5 cm und schmale modische Hosen mit niedriger Leibhöhe und einer Fußweite von 40 cm zeigt. Zum anderen die etwas kommerziellere Serie Fashion mit einer Sakkolänge von 75 cm und Hosen mit schmalem Beinverlauf und einer Fußweite von 42 cm. Zwei Serien, die sich zwar leicht in der Silhouette unterscheiden, in der modischen Ausrichtung jedoch konform gehen.

Der Einreiher auf 2-Knopf steht bei CG im Mittelpunkt. Als Spitzfacon mit schrägen Pattentaschen wirkt er etwas eleganter. Kombiniert mit schmalem Revers, Pattentaschen und zusätzlicher Billettasche etwas anglophiler und mit aufgesetzten Taschen oder Golffalte ausgestattet zeigt er sich von seiner sportiven Seite. In allen drei Trendthemen bestimmen zunächst die Qualitäten, als auch die Farbrange den Look, gefolgt von Details und Verarbeitungsmerkmalen.

In BLUE HOUR dreht sich alles um das Zusammenspiel von Eleganz mit sportiver Note. So sind es u.a. hochwertige Qualitäten wie Wollmischungen mit und ohne Stretch, oder mit Cashmere und Leinen verfeinert, die für einen eleganten Touch sorgen und durch angeraute Oberflächen ihre sportive Optik erhalten. Uni-nahe Dessins, moderne neuinterpretierte Shadow- und Brit-Checks sowie Fischgrat für Sakkos und gechinzte Wolle mit dezentem Skinny-Look für Anzüge sorgen für einen jungen und erfischenden CG Look.

Daneben sorgt der Mix von Qualitäten und Dessins für neue innovative Anzug- und Sakkointerpretationen. So treffen Glencheck-Einfassungen auf Nadelstreifen, wollige Oberstoffe auf deren glatte Upside und Leder sowie Filz auf Wolle. Das Thema gibt die Farben vor. Blau in allen erdenklichen Schattierungen, in Kombination mit Camel, das sich zum Beispiel als Durchzüge in den Checks wiederfindet. Burnt Russet (Beerenrot) findet seinen Einsatz als Akzentfarbe in den Accessoires, wie bei Krawatten, Hemden und Knitwear.

Je nach Anlass – Office, City, Party – reichern die Hersbrucker ihre Anzüge und Sakkos in dem Thema BLUE HOUR mit Details an. Bei eleganten Items wird zum Beispiel der Armpatch nur angedeutet, hier ersetzt das Steppbild eines Patches auf dem Ellenbogen das Original. Oder statt einem kontrastreichen handelsüblichen Futter kommt ein für CG exklusiv gefertigtes Futter zum Einsatz, das gleichzeitig als Pochette integriert wird. Lederbezogene Hornknöpfe, Knöpfe mit kontrastierender Seite, Lederapplikationen, Kontrastpaspeln, übersteppte Armpatches und Unterkrägen, geteilte Unterkrägen in den Themenfarben und unterlegte Ärmelschlitze sind wiederum die charakteristischen Details für die sportiven Anzug- und Sakkotypen. Neben all den innovativen und neuen Ausstattungsmerkmalen setzt CG auf Qualität. So sind es ausschließlich echte Lammnappas und Hornknöpfe die verwendet werden und für ein sichtbar handwerkliches Upgrade in der Konfektion sorgen.

Mit dem Thema DARK FOREST folgt CG dem Trend nach rustikalen, kernigen und maskulinen Outfits, aber immer mit einem gewissen Luxus und sportiven Touch ausgestattet. Dieser kommt in erster Linie über die Finishings der Qualitäten. Tweeds und Shetlands sind nicht, wie ihre Originale - bockig und kratzig -, sondern werden durch Waschungen soft und geschmeidig - gleiches gilt für Wolle. Durch die angestoßenen Oberflächen und neuen Mischungen sowie durch Disteln (ein aufwendiges Verfahren in der Ausrüstung) werden die rustikalen Stofftypen zu Softies mit Hunting-Charme. Daneben behauptet sich Winter-Baumwolle, die ebenfalls in geschmirgelter Oberfläche eine super-softe Optik erhält. Cord wird wieder wichtig!

Die Dessins sind typisch für das Thema. Hier finden sich Donegals, Kreidestreifen, Fischgrat, Glenchecks sowie großraportige und markante Karos wieder. Die Farben folgen auch hier dem Thema. So sind es die Farben herbstlicher Wälder wie Rifle Green und diverse Nuancen in rötlichen satten Brauntönen, die die Farbrange bestimmen. Ein Deep Cobalt sorgt sowohl bei den Accessoires als auch bei den farbigen Durchzügen bei den Checks & Co. für stimmungsvolle Akzente.

Neben den innovativen Qualitäten steht das „Finetuning“ der Konfektion im Fokus. Eine große Aufmerksamkeit erhielten daher neue Detaillösungen. Bei den Anzügen sorgen u.a. gedrehte und kontrastierende Warenbilder sowie Stoffmixe aus Oberstoff für Armpatches und Billettleisten für Belebung. Bei den Hunting- und Brit-Sakkos sind es u.a. Gun Flaps und eine zweite Brusttasche aus echtem Lammnappa, geknöpfte Pattentaschen und Ärmelschlitze, in Cord gefertigte Armpatches und unterlegte Krägen sowie abnehmbare Drehteufel, die dem Armpatch Konkurrenz machen.

Heraustrennbare Westeneinsätze und der Mix aus rustikaler Anmutung und technischen Qualitäten wie Nylon, das u.a. zum Einsatz bei Zigarrentaschen, Unterkrägen und bei dem Westeneinsatz kommt, unterstreicht die sportive Gesamtoptik in diesem Thema.

Das dritte Thema ICELAND folgt dem Trend nach weichen smarten Silhouetten, nach spürbarem Komfort und Bewegungsfreiheit auf höchstem Niveau. „To be comfortable“ steht in jeder Hinsicht im Fokus. Das fängt bei der Stoffauswahl an und hört bei einer unkonstruierten Schnittführung auf. Weiche Einlagen unterstreichen den Look von Pullover-Sakkos & Co.
So kommen vorzugsweise softe Wolltypen in Flanelloptiken, teilweise mit Stretchanteil und angerauten Oberflächen sowie Donegaloptiken zum Einsatz. Winterliche Jerseys und Double-Face-Qualitäten ergänzen nicht nur das Stoffportfolio, sondern zeigen in ihrer Verarbeitung eine neue Generation von Sakkos und Anzügen. Die Farbrange geht mit dem Thema einher. Zurückhaltende, klassisch Graunuancen in allen Facetten. Von Hellgrau (Ice) bis Graphit reicht das edle Farbspiel. Ausgewählte Akzentfarben wie Moonlight Blue und Burnt Russet stehen im Einklang mit den Winter-Neutrals.

Neben den Uni-nahen Bildern zeigen sich traditionelle feine Checks, Pepitas und elegante Minimaldessinierungen. Einige wenige markante Checks sorgen für einen lebhaften Kontrast in der eher zurückgenommenen Musterung.

Um der reduzierten und soften Optik der Sakkos und Anzüge einen gewissen Twist zu verleihen, spielen die Hersbrucker gekonnt mit Gegensätzen und Kontrasten. Mit der Verschmelzung von verschiedenen Mustern und Qualitäten zu einem homogenen Outfit oder nur einem einzelnen Sakko geben die Hersbrucker den „Broken Suits“ in diesem Thema einen neuen Stellenwert.

So zeigt sich die Weste bei dem dreiteiligen karierten Anzug in einem Pepita, das sich wiederum an der Leiste der Billettasche des Anzugs und als Applikation auf den Ärmelschlitzen wiederfindet – oder Qualitäten werden beidseitig verwendet. Als Oberstoff kommt zum Beispiel der angeraute Flanell zum Einsatz, und die linke Warenseite mit ihrer glatten Optik fasst eine Reverskante ein, schmückt den Oberkragen oder eine Brust- und Billettasche.

Double-Face-Qualitäten potenzieren nochmals diesen Effekt. Durch ihren Einsatz wirken Armpatches & Co. weniger aufgesetzt und aufwendige Details bekommen eine subtile Note – ganz dem Thema entsprechend.

Die Futterale in dieser Line sind oft aus Hemden-Flanellstoffen gefertigt, der hier und da auch als Unterkragensteg sichtbar wird oder als gedruckte Filz-Variante auf Unterkrägen für Aufmerksamkeit sorgt.

Die Wertigkeit und das Bestreben nach Qualität und Handwerk führen sich kompromisslos bei den Zutaten fort. Dazu gehören stoffbezogene Knöpfe, Knöpfe mit kontrastfarbiger Unterseite sowie Applikationen aus echtem Lammnappaleder. Eine Philosophie, mit der sich die Hersbrucker von ihren Mitbewerbern klar differenzieren und ihre Handschrift nachhaltig unterstreichen.

Redaktion KLAR-TEXT, im Januar 2011

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