Worxwear KT 23/24 2011

{untertitel}


DER DREIZEHNTEN KOB-UMSATZ-RANGLISTE MIT DEN DATEN VON 2010 ZUM GELEIT:

(mr) Die KOB boomt und schrumpft. Was sich so widersprüchlich liest begründet sich im erstarken der Grossen und Vertikalen, wie C & A, Zara und H & M oder gar Tchibo, Aldi, Lidl und Konsorten, die dem ständig weniger werdenden Facheinzelhandelsgeschäften die Butter vom Brot nehmen. Apropos Bread and Butter, da hat doch der sonst so erfolgsverwöhnte Karl-Heinz Müller mit seinem Kids-Camp eine Schlappe erlitten und nach einem nochmaligen Anlauf im Vorfeld eine Messe für Kindermoden endgültig auf Eis gelegt. Was sagt uns das? Es sagt uns, dass sich eben dieser oben genannte klassische Facheinzelhändler, der eine Kindermesse bräuchte, auf dem Rückzug befindet. Darüberhinaus ist die typisch deutsche Familie, ohnehin nicht bereit, im europäischen Vergleich, soviel für die Bekleidung ihrer Kinder auszugeben wie zum Beispiel England und Frankreich, im Besonderen die südlichen Länder wie Italien oder Spanien. Die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ veröffentlichte dazu folgende Zahlen, die diese Aussage bekräftigen: In England geben die Eltern pro Saison im Durchschnitt 410 Euro für Kinderbekleidung aus, was wiederum heisst 820 Euro pro Jahr, in Deutschland dagegen begnügen sie sich mit 319 Euro – da liegen Welten dazwischen. Wen wundert es also, wenn die Zahl der Hersteller der KOB von Jahr zu Jahr, soll heissen, von Umsatzrangliste zu Umsatzrangliste, ständig abnimmt. Waren es 2009 noch 66, so konnten für 2010 gerade noch 62 gelistet werden. Allerdings haben diese reduzierten Unternehmen in der Gesamtaddition im Zahlenspiegel mit knapp 1,7 Mrd Euro die Umsätze 2009 gegenüber sogar leicht erhöht, was wiederum für eine Konzentration in der Branche spricht.

Alles in allem sagt dazu die TW: Aufbruch und gehobener Mode-Anspruch stehen bedingungslosem Pragmatismus und unerhörter Sparsamkeit gegenüber. Deutsche Mütter, die immerhin fast 80% aller Kaufentscheidungen in der Familie treffen, fragen in der Masse nicht nach Trends, sondern nach Waschbarkeit. Sie kaufen Secondhand - weil man den getragenen Teilen gleich ansieht, wie widerstandsfähig sie sind. Sollte es doch mal was Neues sein, reicht ein Besuch bei H&M.

Redaktion KLAR-TEXT, im Juni 2011

Artikel als PDF downloaden: » Worxwear KT 23/24 2011
Weitere Berichte ...

Showroms/Messen suchen




Krähe & Krähe Agentur