Fraas KT 07/08 2013

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DIE VIERUNDZWANZIGSTE KRAWATTEN-UMSATZ-RANGLISTE MIT DEN DATEN VON 2012 ZUM GELEIT:
Als Werner Baldessarini noch Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss Ag in Merzingen war, hat er einmal bei einer Pressekonferenz auf die Frage warum er nie eine Krawatte trage, geantwortet, dass er ein ausgesprochener Krawattenfan sei und über eine grosse Auswahl dieses Accessoires in seinem Kleiderschrank verfüge, deshalb sie aber noch lange nicht unbedingt tragen müsse. So haben wohl auch heute noch viele Männer nicht unbedingt das Bedürfnis sich dermassen förmlich zu geben, obwohl wir schon seit zwei Jahren unermüdlich schreiben, dass sie wieder kommt. „Lange Zeit war sie gefürchtet und verachtet, doch seit einigen Jahren feiert sie ihr Comeback: Die Krawatte. Denn nachdem die Business Casual-Welt zusammengestürzt ist, wird auch den Neueinsteigern ins Berufsleben klar: Ohne Krawatte ist kein gepflegtes Auftreten möglich,“ heisst es im Mode - Fashionblog. Das mag langfristig zwar stimmen, doch die Umsetzung dieser Erkenntnis geht nur schleppend voran.
Einen Höhepunkt erlebt die Krawatte alljährlich durch die Auszeichnung des „Krawattenmann des Jahres“. Im vergangenen Jahr war es der Hamburger Soulmusiker und Rapper Jan Delay.

„Die Krawatte war von jeher auch eine stilistische Metapher für Gradlinigkeit und den aufrechten Gang. Bei Jan Delay zudem für die strahlende Erscheinung einer in sich stimmigen Persönlichkeit“ begründete Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts, die Wahl des Preisträgers und überreichte dem Musiker in Düsseldorf die stählerne Skulptur in Form einer Krawatte.
„Wahrer Stil braucht die Mode nicht. Er ist in erster Linie Respekt gegenüber sich selbst und anderen, geboren aus innerlicher Wahrnehmung und dem was man seinem Publikum, seinen Mitmenschen in visuellen Botschaften darüber mitzuteilen hat“ so Müller-Thomkins, „Bei Jan Delay tritt das Outfit demonstrativ nach vorne und intoniert mit Performance, Text
und Musik zum Gesamtkunstwerk“.

Über die Auszeichnung zum Krawattenmann des Jahres 2012 freute sich Jan Delay ganz besonders.“Wow – das ist ja Hammer, vor allem wenn ich mir die Liste meiner Vorgänger ansehe“. Für ihn macht es einen Unterschied, ob man eine Affinität zu Klamotten oder zur Krawatte hat. „Aber wenn Anzug, dann alles, dann richtig komplett!“ Vor allem auf der Bühne scheint es, als hätte man Anzug mit Krawatte für ihn erfunden.
Und weil Jan Delay durch seinen authentischen Musik- und Modestil eine „stilistische Emanzipation“ demonstriere, würdigte der Laudator den Preisträger dementsprechend noch mit einem ganz persönlich auf den Rapper zugeschriebenen Songtext. Begeistert zeigte sich Jan Delay auch von dem Herrenjournal aus seinem Geburtsjahr, welches Gerd Müller Thomkins ihm neben einer Auswahl Krawatten mitgebracht hatte.
Der Titel „Krawattenmann des Jahres“ wird vom Deutschen Mode-Institut verliehen. Die Jury um das Deutsche Mode-Institut setzt sich zusammen aus führenden Vertretern der Krawattenindustrie sowie Fachjournalisten.

Redaktion KLAR-TEXT im Februar 2013

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