face of fashion KT 01/02 2014

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In eigener Sache
(er) Pünktlich zur Fashionweek Berlin zum Jahresbeginn 2014 liegt der aktualisierte Online Katalog auch im Print vor. Nerven und Nächte sind hier gebunden in einen Arbeitskatalog der über 922 Agenturen, 4093 Showrooms und 12223 Kollektionseinträge auf- und ausweist. Die drei grossen Modemetropolen Berlin, Düsseldorf und München verfügen mit „face of fashion“ über eine Navigation die dem Einkäufer den Weg zum Ordergeschehen weist. Das Editorial zur Neuauflage multiplizieren wir hier:
EDITORIAL
Die Branche der Textil- und Bekleidungsindustrie ist immer und immer wieder für Überraschungen gut und da gibt es einen der das besser kann als alle anderen und regelmässig dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommt. Insider werden längst ahnen über wen wir hier schreiben, ja stimmt, es ist kein Geringerer als Karl-Heinz Müller, der die gesamte Messelandschaft erfolgreich wie in der Vergangenheit auf den Kopf gestellt hat. Von Barcelona bis Berlin hat er die drei B für Bread & Butter Berlin gehegt und gepflegt für das Signum das seinen persönlichen Siegelring prägt. Begonnen hat alles in Köln, um der damaligen Herren-Mode-Woche Paroli zu bieten hat er gleichsam die Inter-Jeans im Eilverfahren aus den Angeln gehoben. Aber wirklich losgelegt hat die Messe, die damals noch nicht einmal so genannt werden wollte, in einem ehemaligen Kabelwerk von Siemens. Kaum den Orden für die Stadt Berlin von Klaus Wowereit bekommen, zog es ihn nach Barcelona, wo er mit offenen Armen empfangen wurde, aber bald die separatistischen katalanischen Allüren kennenlernen musste. Endlich zurück in Berlin wurde ihm ein Empfang bereitet, der für einen Messemacher seinesgleichen sucht.
Die Vertragsbedingungen für das spektakuläre Areal des Flughafens Tempelhof konnte er grösstenteils selbst bestimmen und diktieren, so gross war die Freude über das Heimkommen des verlorenen Sohnes. Ein biblischer Vergleich, der bis ins Detail stimmig erscheint. Die ursprüngliche Architektur der relativ kleinen vollkommen offenen Stände ist rasch einem Gigantismus gewichen, den das weitläufige Gelände des Flughafens geradezu provozierte. Dann der rigorose Schnitt von Karl-Heinz Müller 120 Aussteller ohne grössere Vorwarnung vor die Tür zu setzen um das Portfolio der Teilnehmer zu bereinigen, von den 500 EURO für die Agenturen und Dienstleister als Eintrittsgeld gar nicht zu reden. Aber der grosse Paukenschlag kommt erst jetzt. Die heilige Kuh der Fachmesse ausschliesslich für den Fachhandel wurde jetzt geschlachtet, auf dem Altar der Veränderung geopfert.
Müller definiert das so: „Mein Fazit ist, wir befinden uns inmitten eines eindeutigen Strukturwandels, dem auch wir uns nicht verschliessen können und wollen. Die Zeiten haben sich massiv verändert. Die Bread &Butter als Leitmesse für kontemporäre Modekultur muss die entsprechenden Antworten parat haben, dieses heisst: Wir haben uns dazu entschlossen, den wichtigsten Marktteilnehmer am Ende der Kette mit einzubeziehen, nämlich den Endverbraucher, der durch die neuen Medien besser informiert ist, als je zuvor. Der Endverbraucher bestimmt heute, was er wann, wie, und wo kauft. Wir wissen sehr genau, dass das keine leichte Aufgabe sein wird. Wir rechnen mit starkem Gegenwind, wie damals als wir von Köln nach Berlin gezogen sind. Der Pionier hat es immer schwerer als diejenigen, die sich ins gemachte Nest setzen.“

Konflikte hat Müller nie gescheut, sich damit auseinandergesetzt und meistens die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Wir werden sehr genau diese Entwicklung verfolgen und wünschen ihm das Glück des Tüchtigen.

In diesem Sinne
Redaktion KLAR-TEXT
Eugen & Sybille Rapp


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