Munich Fabric Start KT 27/28 2014

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Berlin Fashion Week - Fußball-Fanmele contra Fashionweek ... Zur Mercedes Benz Fashion Week Berlin Saison F/S 2015

Fußball hat gewonnen und das Großraumzelt der MercedesBenz Fashion Week Berlin, beliebtester Treffpunkt für die Modenschauen am Brandenburger Tor musste umziehen. Nicht das Zelt, sondern die Shows, weil der neue Platz im Norden Berlins, im Wedding, mit einer Eissporthalle zur Mode-Arena wurde. Nur für diesmal, hieß es in den Einladungen, denn die organisierende IMG versprach, im Januar wieder am schon traditionellen Tor bzw. an der Ausfallstraße im Tiergarten zu sein. Denn das Tor, berühmtes Wahrzeichen Berlins, ist nicht unmittelbar von den Bauten und Aktivitäten der Fashion Week betroffen. Es ist im großflächigen Abstand mit Absperrungen und uneingeschränkter Straßenführung als Denkmal isoliert und unverändert frei zugängig. Als blickfangendes Monument von der Terrasse der Mercedes – Zelt-Lounge über die „Linden“ zum Schlossplatz, wo der Neubau des Stadtschlosses bereits deutlich erkennbar ist. Gerade im Sommer „die beste Berlin-Werbung „ - wie angereiste Kollegen wiederholt feststellten. Nächstes mal wieder… ? Nun, es gibt auch Vorbehalte und Diskussionen dazu, Modeschauen an diesem historischen Platz zu erlauben. Contra dazu kam unlängst von der amtierenden Staatsministerin für Kultur, Frau Professor Monika Grütters (CDU). Wohl mehr ein politisches Contra gegen den Berliner Kultursenat (somit den Regierenden) als gegen die Tatsache, dass Berlin als Modestadt mit langer Tradition die Mode einst als eine hochrangige Wirtschaftskraft verbuchen konnte. Bis die Mauer Berlin teilte und damit Tradition und unzählige Existenzen vernichtete. Als wieder anziehender und inspirierender Modeschauplatz ist Berlin mit seiner heute allseits anerkannten und international wirkenden Strahlkraft auf gutem Wege. Das Brandenburger Tor als d a s Symbol der wieder in Freiheit vereinigten Stadt sollte und kann in respektvoller örtlicher Distanz durchaus der richtige Ort sein, um an die verlorene Wirtschaftskraft MODE zu gemahnen, damit auch an Substanz und Kreativität, die ihr industrielles Fundament verlor. Ein Blick zurück in die Historie vermag zuweilen neue Zukunftsperspektiven zu generieren. Geschichte wiederholt sich nicht, doch man kann aus ihr lernen, ist der nachwachsenden Generation zu vermitteln. Wirkungsvoller als bisher sollte jedoch gegen Demos und politisch motivierte Agitatoren auf dem Platz unmittelbar vor dem Tor angegangen werden, dem Pariser Platz, vom Volksmund früher als „gute Stube“ Berlins geehrt und genossen. Die internationalen Gäste im unmittelbar anliegenden Hotel Adlon sowie die ebenfalls benachbarten Botschaften würden es begrüßen, von derartigen Belästigungen befreit zu sein.

Zurück zur Fashion Week. Die jetzige als Interims-Lösung bezeichnete Verlegung der Designer-Shows hat eine Termin-Entzerrung auf dem Terminplan gebracht. Man kann es auch anders formulieren: es sind weniger geworden, aber mehr Messeplätze. Man kann sagen, es wird kommerzieller in Berlin. Der bisher in jeder Saison zeigende Ur-Berliner Unternehmer Frank Henke macht mal Pause im Showprogramm, wie er uns sagte („war ja auch ziemlich teuer„ ) und präsentiert sich mit seinen überregional bekannten Modelabels Blacky Dress und Jean Paul auf der PANORAMA BERLIN, der dritten Großmesse im Rahmen der Berliner Fashion Week.

Dazu mehr und erfreuliche Neuigkeiten. Die PANORAMA, eine Tochter der Messe Berlin und erst vor drei Saisons mit großartigem Erfolg gestartet, kann bereits Wartelisten von interessierten Ausstellern verzeichnen und braucht mehr Hallenraum, um die Ansprüche industriell basierter Modemarken niveauvoll zu bedienen. Der erste Standort in Schönefeld, benachbart zum weiterhin in Planung befindlichen „Weltflughafen BER“ und damit das Ursprungskonzept dieser Messe für anreisende internationale Besucher, ist überholt. Somit entschied man sich für einen Umzug auf das alte Messegelände am Funkturm in Halensee, (für Nichtberliner gesagt: ungefähr am Ende vom Kurfürstendamm), also in Citylage. Man fand spontane Zustimmung bei allen beteiligten Vertragspartnern. Und noch mehr Anwärter. Berlin bleibt spannend, weil sich die Stadt permanent verändert und neu erfindet – wie die Mode selbst. Auch das gehört zur Historie: Berlin ist nie fertig um immerfort im Werden.

Vom Tisch sind die Gedankenspiele um eine Messe-Verlängerung mit Öffnung für 1-2 Publikumstage. Der immer für Innovationen zuständige Karl-Heinz Müller, Chef der Bread & Butter, hat diesen Vorstoß auch als erster wieder zurück genommen. Fachmesse bleibt Fachmesse, damit folgte er dem Einwand seiner Kunden und Aussteller. Über andere Pläne vom „Macher Müller“ reden wir später. Auch bei ihm blieb es immer spannend. In Anspielung an die Fußball–Weltmeisterschaft wurde der erste Festabend als „CARNAVAL do BRASIL „ und Festa do New Entries (Fest der Neuzugänge) annonciert. Und auf dem Freigelände „Luna Park“ mehr feucht als fröhlich gefeiert- dem Regenwetter geschuldet.
Zur Sache: Mehr Mode, mehr Design als dominierendes Trendthema der Saison: smarte classic mit british attitude oder scandinavian chic und overseas coolness. Mit einem Wort: die ehemalige Denim Basis als Hauptsegment der Bread & Butter wandelt sich zu urbanen Schauplätzen mit Mode voll internationaler highlights im Trend zu cooler, lässiger Eleganz. Die von Müller favorisierte L.O.C.K. Ära mit alter Handwerkskunst sieht solide Produkte für das solide Geschäft mit klarer und zeitloser Wertigkeit vor, beispielhaft aus Japan. Als Prototyp hochwertiger Klassik hat STRELLSON (aus der Holy-Gruppe) seine festen Kunden auf der B&B und würde nur in Berlin dieser Messe treu bleiben - so sagte man uns.

Mit der PREMIUM EXHIBITION fing der Modeschauplatz Berlin lange vor der Mercedes Benz Fashion Week, der amerikanischen IMG – Organisation mal klein und zuversichtlich an. In einem stillgelegten U-Bahn-Schacht am Potsdamer Platz kam es bald zur Platznot mit bedrängelnden Zuständen bei Ausstellern und Besuchern, deren Interesse an kreativen Newcomern sowie einer bunten Mischung von Mode und Accessoires durchaus vorhanden war und ständig wuchs. Fazit : Premium zog auf das Gelände am alten (historischen) Postfuhrhof am Gleisdreieck und wächst immer noch weiter, drinnen wie draußen auf dem sommerlichen Freigelände – manchmal etwas chaotisch aber immer kommunikativ und inspirativ mit mehr als 1500 Modemarken der unterschiedlichsten Art, große und kleine Labels, die es zu entdecken gibt. Neben den großen etablierten, die auf der Premium Exhibition ihre Stammkunden im Boutiquegeschäft treffen. Zur „Premium Ordermesse „ trifft man sich in München wieder und nun nicht mehr länger zur „Premium Düsseldorf „.
Im Geschäft mit der Mode gibt es keinen Stillstand, darum passt sie wohl auch so gut zu Berlin und einer eher unkonventionellen Mentalität. Darum gibt es auf der Panorama auch einen Showroom für „contemporary fashion“. Zum neunten Mal mit jungen Nachwuchs-Startern unter dem Messenamen „Collect“ und räumlich verbunden mit der „Dissonance Aerea.“ Mit ziemlicher Dissonanz zum gebräuchlichen Angebot.

Ein Dutzend weitere Modeplattformen gibt es in Berlin zu entdecken bzw. gezielt zu besuchen. „Show and Order „ richtet sich - wie der Name sagt - an Besucher und Stammkunden, die mit erstklassiger Mode Geld verdienen wollen, möglichst sofort. Dabei sucht man in Berlin zunächst die Inspiration zu neuen Themen, zu neuen highlights und mit lieferbaren Sofortprogrammen. Im alten Kraftwerk-Mitte hat sich die Messe auf mehreren Etagen im denkmalsgeschützten Industriebau eingerichtet und bietet ihren Besuchern bei übersichtlicher Platzierung gefragte Annehmlichkeiten wie späte Abendöffnung und gastronomische Erholungsorte. Mit moda pronta bietet man einen Gegenpol zu den Vertikalen auf hohem Niveau. Mit einem inszenierten Pop up-Store will Messechefin Verena Malta „Prontofashion“ in Handelskonzepte integrieren, zur Anregung und Nachahmung.

Zur festen und gesuchten Größe im Sinne des Wortes ist in Berlin in nur zwei Saisons die Plus-size-Plattform „ curvy is sexy „ geworden. Die stets umtriebige Anja Gockel war hierbei ein Ideengeber und selbst auch mit einem Spezialprogramm engagiert. Erstmals ist diese Messe mit Wäsche-und Bademode erweitert und an einem neuen Platz zu finden: im Palazzo Italia Unter den Linden. Durchgesetzt hat sich in Berlin auch die Jugendmesse „BRIGHT“ mit Skater- und Streetwear, jetzt neu auf zwei Kaufhausflächen in der Brunnenstraße, Berlin-Mitte. Trend-Shows finden nicht nur bei der IMG statt, sondern an diversen Orten Berlins als Trade-Shows im rund um die Uhr- Zeitplan, wogegen die Party-Begeisterung und damit die Club-Szene Berlins ihren Höhepunkt überschritten zu haben scheint. Das Wort von der Mode als Wirtschaftskraft, das für die traditionelle Modestadt Berlin bis zur Mauerteilung in ranghoher Größenordnung galt, gewinnt allmählich wieder an Gewicht - auch in den Medien.

Die PANORAMA Berlin, mit nahezu 500 Markenfirmen restlos ausgebucht, richtet eine Plattform ein mit Vortragsreihen für marktrelevante Modethemen. Was ist schon neu unter der Sonne… panda rhei ... alles fließt und manches kommt, blickt man zurück, in neuer zeitgemäßer Form wieder. „Es müsste einen einzigen deutschen Messestandort geben“… sagte einer aus der jungen Szene und nennt dazu Dinge, mit „denen wir Geld verdienen können“. Schauen wir zurück, dann war Berlin einst dieser zentrale Ort in Europa, doch die Zeiten mit der globalisierten Welt sind darüber hinweg gegangen .Die“ Berliner Durchreise“, erste und älteste Modemesse überhaupt, wird zwar heute noch chronologisch weiter gezählt mit der 192. in diesem August von der Fashion Gallery Berlin, vormals Mode Center Berlin im historischen Ullstein-Haus. Das MCB, eröffnet noch in der Mauerzeit in weiser Weitsicht, dass, wenn die gelenkte Planwirtschaft im Osten in einen selbständigen freien Mode-Handel übergeht, zeit-und geldsparende Info-und Order-Dienste gefragt sein werden. Richtig gedacht.

Nur hat sich die Welt viel schneller und härter Richtung Globalisierung entwickelt, auch die der Mode. Die damalige „Insel Berlin“ hat auf dem Wege zur Metropole nun in anderen Größenordnungen zu denken und planen. Sie ist wie gesagt auf dem Wege und hat auch wirtschaftlich gesehen bereits Etappenziele erreicht. Manchmal hinkt die Politik mit Bürokratie hinterher. Vielleicht zu große Worte für eine Fashion Week? Nicht unbedingt. Bedenkt man die industriell fundierten Modemarken, die sich in Berlin auf Messen und Plattformen den Besuchern aus aller Welt präsentieren. Eine Momentaufnahme oder eine Perspektive auf vorhandener Substanz? Es wird sich zeigen.

Inzwischen sehen wir uns an, was die Mode für die kommende Saison vorschlägt - mit Lust und Laune und der Freude an Überraschung. Kreativität ist die eine Seite der Münze, das harte Insider-Geschäft mit Mode die andere. Berlin soll inspirieren und Vorgabe leisten mit internationalen Begegnungen. Das ist schon viel. Der „Hype Berlin“ sollte dabei die Substanz bewerten und nicht nur flüchtige Oberfläche mit Bildern und Promis. Schreibt ein Wirtschaftsjournalist in der Tagespresse (im Berliner Tagesspiegel).
Zum harten Geschäft mit der Mode gehört das sourcing – ein kleiner Anfang mit einem Gemeinschaftsstand von zehn indischen Unternehmen unter dem Namen White Label im Berliner Velodrom zu finden, wo europäische Einkäufer, immerhin schon zum dritten mal, Direktkontakte zu internationalen Bekleidungsherstellern knüpfen können. Es hat sich nun herumgesprochen, dass China mit zahlreichen Delegierten in Berlin nach Kreativen sucht, mit denen man im Maßstab eigener Größenordnung Handelsgeschäfte eingehen kann.

Die Teilnehmer am Schauenprogramm in alphabetischer Reihenfolge:
AfricaFashionDayBerlin/ Aleks Kurkowski / Anja Gockel / Anne Gorke/ Augustin Teboul / Barre Noir / Brachmann / C’est out/Ce’nou / Chatty / Clemens en August/ Dare byJohnyDar/ Dawid Tomaszewski/ Dimitri / Dyn / Franziska Michael /Frida Weyer / Glow / Green Showroom/ Guido Maria Kretschmer / Hien Le/ Holy Ghost / Irene Luft / Isabelle de Hillerin/ Ivanman / Julian Zigerli / Kilian Kerner / LaLa Berlin / Laurel / Lina Hoschek / Malakaraiss / Marc Cain /Marcel Ostertag /Marina Hoermanseder / Michael Sontag / Minx by Eva Lutz /Miranda Konstantinidou/ Odeur/ Patrick Mohr / Perred Schaad / Rebecca Ruetz / Riana/ Rike Feuerstein/ Roshi Pokar presented by Mercedes Benz und Elle / Schumacher / Sissi Goetze / Sopopular / The Fashion Talent Award “Designer for Tomorrow” Hosted by Tommy Hilfiger / Universität der Künste Berlin/ Vektor / Vladimir Karaleev .

Für Nachwuchs-Designer, die keinen Anspruch auf den Runway haben bzw. finanzieren können, wurde von IMG wieder eine Stage (Bühne) eingerichtet, um den Designern eine Präsentation ihrer Kreativität zu ermöglichen. Hierzu ein Zitat von der Engländerin Jane Reeve, die seit dem 1. Januar 2014 als CEO des italienischen Modeverbandes (CNMI) neben dessen langjährigen Präsidenten Mario Boselli als „Powerfrau“ für die kommerziellen Interessen des Modeplatzes Mailand fungiert. Sie ist dafür angetreten, dem Branchen-Nachwuchs „ auf die Sprünge zu helfen„ auch die kommerzielle Seite des Mode-Geschäfts zu beherrschen. Wir zitieren Jane Reeve: „Kreativität ist nicht alles, man muss daraus nun mal ein Business machen um am Markt zu bestehen.“ Soweit die Britin .

Zu den Trendthemen des Sommers 2015: es wird leicht und locker mit luftigen Maschen in Spitzenoptik, was auf feminine Eleganz hindeutet, doch sehr lässig und eher sportiv interpretiert wird. Von ethnischen Themen, vom Bohemian- Stil ist die Rede, doch das sind Schlagworte, die sehr individuell ausgelegt werden. Zum Beispiel mit „ Künstlerdrucken“ bei LAUREL . Easy dressing wird zum Begriff, der das mittlerweile altbacken wirkende Wort „komfortabel“ ablöst. Man kann auch sagen unkompliziert. Das lässt sich sogar auf anspruchsvolle Looks beziehen, die „ auf die feine Gesellschaft der 50er Jahre „ zurückblicken und mit supersoften Materialien und innovativer Verarbeitung eine Klassik mit Wagemut kreieren. Ein neuer Anspruch, der vor allem in den führenden Herrenkollektionen mit sommerlicher Attitude inspiriert. Wir nennen als Beispiel BALDESSARINI, das Premium Label aus der Ahlers-Gruppe mit neuem Designerchef von Boss kommend.
Zur Ahlers-Gruppe gehört auch die Lizenzmarke PIERRE CARDIN, die auf der Panorama Messe mit einem superschönen in bester Lage Besucher geradezu anzieht.

Schwingende Rocklinie als key-look für eine breite Skala an Rockmodellen mit rund-ums-Knie-Längen mit weichen, weiteren Oberteilen von ultraleichtem Sweaterstil bis Tunikalänge sind ein neues Thema für den Kleiderlook, der ebenso schlicht wie elegant (aber lässig) in allen denkbaren Materialkombinationen vorgestellt wird. Auch wieder in Spitzenmaschen auf Tüll gebondet (bei RIANI) oder mit metallisch irisierenden Pailletten-Rücken am sportiven Blouson-Schnitt (bei LUISA CERANO). Bekannte Themen werden weiter entwickelt und sorgen damit für Evolution statt Revolution. Dazu gehört auch die Hemdbluse, seidig und länger wird sie zur Sommerjacke. Und als echter Aufsteiger erweist sich der Mantel, natürlich leicht und locker, kragenlos und schlicht zum „überwerfen“, femininer als Blazer und Kastenjacke und für ziemlich jeden Hosentyp als Begleiter geeignet. Auch beschichtet oder „coated“ als Wetterschutz. Die Beschichtungen wie überhaupt Materialoptiken sind Trend (sagt Karin Veit/MARC CAIN). Ihre tragbare, verkäufliche, moderne und vielseitige Kollektion mit Längenspielen von Mini bis Midi und Maxi in spielender Weite, leicht und locker, feminin mit romantischen Details (dolce vita) oder als Kontrast klare, schmucklose Funktion (Tokyo = Marken affin) entsprechen dem globalen Management des Unternehmens als (sehr) erfolgreiche, deutsche Konfektionsmarke. Wozu brauchte es eine unterhaltsame Zirkusnummer als Auftakt? Für die Promis in first line?

Fließende Stoffe für Hosen und Plissee-Details setzen feminine Akzente bei ST.EMILE. Die high fashion Messe „show & order „ im Kraftwerk Köpenicker Straße hat das Accessoire-Angebot für das Sofort-Geschäft erweitert. Unter den 250 Ausstellern fällt neben anderen Newcomern wie Oilily, Tomaso u.a. Vivienne Westwood auf. Unter den Linden an prominenter Stelle im Hotel Adlon präsentierte die Frankfurter Messe den Green Showroom zum zehnten Mal. G.F. Schmitz begrüßte die Gäste persönlich im Großen Ballsaal des Nobelhotels. Das Interesse steigert sich mit der Besucherzahl und bestätigt damit auch das gestiegene Niveau der Angebote. Die Modeschule ESMOD beteiligt sich mit seiner Berliner Dependance der in Paris domizilierten privaten Modeschule (mit Master-Diplom) mit speziellen Aufgaben für seine Studenten an dem Projekt nachhaltig und Ressourcen -schonend. Events im Rahmenprogramm der Fashion Week wie die Eröffnungsparty by GRAZIA und der Nachwuchspreis von PEEK&CLOPPENBURG (Düsseldorf) unter dem Motto „Designer for Tomorrow“, vorgestellt - von Tommy Hilfinger, sind stets überbucht.

Locker, leicht, lässig sind die Trendworte der Saison. Doch lässig meint keineswegs nachlässig, gepflegt soll es schon aussehen. Die weiße Bluse wird zum Statement –Thema der Saison und Weiß zur Modefarbe generell. Zu den key-Themen des Materials zählen superleichte Spitzenmaschen für Kleider und Tops, gebondet werden sie sogar zu sportiven Blousons (mit attraktiven Rückeneffekten) . Röcke sind d a s Aufsteigerthema, länger, weiter, schwingend, leicht, wenn schmal dann kniekurz , bestimmen sie einen neuen, zweiteiligen Kleiderlook, mit Tops, Blusenteil, hüftlanger Tunika, aus Kontrastmaterial- auch chiffonleichten Netzmaschen – als einteilige Kombination im Kleiderlook. Aus Shorts werden im jungen Segment längere und weite Bermudas bis zur Hosenrocklinie und plus Blouson wieder ein neuer Anzugtyp. Der Trend zum neuen lässig-femininen Hosenanzug im seidig fließenden Pyjamastil, ist dominant. Auch das Overall-Thema hält sich als Zweiteiler. Das alles sowie auch das kleine, kleiderähnliche Kostüm(chen) gehört zum durchgehenden Trendthema „Klassik mit Wagemut.“ Die klassischen Stricker ziehen daraus ihr Konsequenz und nehmen gewebtes (Kontrast)-Material ins Produktions-Programm. Bei LUISA CERANO
zum Beispiel locker-weiche doubleface – Mäntel (in Gehrocklänge) über Maschenkleidern. Die neue Art einer lässig-modernen Eleganz für alterslose Frauen.

Easywear geht zusammen mit junger-sportiver wie auch feminin – gepflegter Attitude. Spitzen – und Pailletten-Details, gern im Rückenteil platziert, auf Grafik reduzierte Drucks auf glänzender Fallschirmseide, junge Cargo-Bermudas aus weich gewaschenen Denims, weiße (synthetische) Jacquard-Seide für großzügig geschnittene Bluseneleganz zur kürzer und weiter geschnittener Hose aus weich fallenden Maschencrepes, das alles spricht für Kreationen über das Material-Bild, -Struktur und –Fall. Die Farbe verliert an Bedeutung, Uni-Bild dominiert.

Zu den highlights aus den Modeschauen, die wir sahen und mit Trendthemen berichten, bleiben in positiver Erinnerung und verkäuflicher Bewertung die bereits genannten Namen und Trendthemen. Als erster im Show-Kalender fiel uns auch der neue Mantel-Jackenstil bei RIANI auf und bestätigte sich als generell aufgenommene Innovation in diverser Kreation.
Auf das noch junge Berliner Designerlabel GLAW machten wir bereits in der vorigen Saison aufmerksam und bestätigen unsere positive Einschätzung: kreative Potenz, wertige Premiummode, erstklassig verarbeitet, mit persönlichem Stil. Ein Fest der weiblichen Anmut und charmanter Ausstrahlung in hoher Coutureklasse, diesmal zeitnah ohne Historienbezug, bot der stets gefeierte Guido Maria Kretschmer. Hier wird Mode zur Kunst und Kultur. Der Showtitel Solyombra deutet das Lichterspiel mit Glanzeffekten an, auch dies ein durchgehendes Thema der Saison, ob sportiv oder elegant gelöst.

Ein Fest für Alle organisierte Bread&Butter mit Public Viewing und Barbecue, so wie Karl Heinz Müller, der Massen zu bewegen weiß. Bei Wetterwidrigkeit wird auf dem riesigen Feld des ehemaligen Tempelhofer Flughafens eben umorganisiert. Doch die Pläne des Berliner Senats mit diesem Areal laufen jetzt dem langfristigen Mietvertrag mit Müller entgegen. Der Berliner Tagesspiegel titelte „Berlin will die Bread & Butter loswerden“ .Diese harte Schlagzeile wurde am nächsten Tag mit einem Kommentar relativiert. Übers Netzwerk sprach Müller seine Botschaft für 2015 an Alle mit einem „kick-off“: vom 8.-10.Januar 2015 mit den Winterkollektionen in Barcelona und im Juli 2015 mit der Sommermesse in Berlin. Müller ist ein Macher und Pionier, der bewegt. Asien ist der große Markt im Kommen und somit entscheidet sich Müller für eine Messe in Seoul /Südkorea Anfang September 2015, was einen neuen Messerhythmus auslösen würde. Aus Berlin sich verabschieden will Müller nicht. Fachlich gibt es zu berichten über etliche und hochkarätige Neuzugänge im Bereich sports + urban wear, die nicht nur Anzahl sondern auch Wertigkeit im Angebot der B&B bereichern. Denim zählt zu den Klassikern, die unverzichtbar wurden und mit der Mode gehen. Auf diesem Weg ist KHM als gelernter und erfahrener Modehändler schon längst voran gegangen und hat sich in Berlins City West, wo sie am anziehendsten ist – am Kurfürstendamm im historischen Cumberlandhaus nach totalem Umbau seinen zweiten Laden „14 oz“ zugelegt. Einer der Denim-Pioniere auf der B&B – G-STAR - war nach kurzem Aussetzen wieder an Bord. Der Messebesuch normal bis lebhaft , auch noch am dritten Tag . Die Meinung der von uns befragten Aussteller zu den Messe - News von Müller war geteilt bis unentschieden, oftmals auch noch ungläubig. Der Schweizer STRELLSON sagt klar Nein, der Franzose LACOSTE ist klar dafür. Etliche geben Müller Schuld am geänderten Konzept zugunsten neuer Gruppierungen. Der Messeoptik ist das jedoch bekommen.

Die allgemeine Berliner Stimmung wird kommerzieller. Weiter so. Das Konzept der Fashion Week sei nunmehr zu überdenken und zu erneuern, meint die Chefin der Premium Exhibition Anita Tillmann in einem Interview. Mit dem neuen Standort des Modenschau – Geländes in Berlin- Wedding fand man sich ab und hofft auf ein zurück ans Brandenburger Tor. Die Schauen selbst boten wenige highlights aber doch klar erkennbaren Silhouettenwechsel, dabei Bemühen um Verkäuflichkeit. Das Kleiderthema wird von zweiteiliger Optik Rock/Bluse erweitert. Neue Längen sind im Spiel, schwingende Röcke und weite Hosen aus leichten Stoffen betonen feminine Modernität. Das Spiel mit Kontrasten bezieht sich jetzt vorrangig auf das Material, wobei die Masche weiterhin an Bedeutung gewinnt - auch zum Sommer in Netz- und Spitzen-Strukturen. Besucherzahlen werden von den Messe -Veranstaltern nicht genannt, aber lebhafter bis dichter Besucherstrom war klar erkennbar - bis zum dritten Tag.

RUTH HABER













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