face of fashion KT 01/02 2015

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In eigener Sache

Die Fashion-Week-Berlin geht auch in diesem Jahr mit einem enormen Spektrum an Mode, Shows und Veranstaltungen an den Start, trotz des „Bread and Butter“-Desasters. Tempelhof ist gestorben, aber Karl-Heinz Müller gibt trotz Insolvenz-Antrag nicht auf. Mit ein paar Unverdrossenen, darunter der Club of Gents von Carl Gross, nennt er die Mini-Veranstaltung: bread and butter back to the street - hm.

Zeitgleich zu all diesen Events ist der 25. (in Worten: zwanzigfünf) Online-Katalog „face of fashion“ Berlin Düsseldorf München I/2015 auch im Print erschienen, der über die Media-Agentur Wössner distributiert wird. Der Leitartikel sagt dazu:
EDITORIAL
Kein Thema
hat in den vergangenen Tagen und Wochen die Bekleidungsindustrie
mehr als die Zitterpartie um den Bestand der Bread & Butter beschäftigt. Jetzt ist es raus und einmal öfter kann sich der Betrachter nur noch die Augen reiben. Wer hätte noch im Sommer gedacht, dass es so kommen wird, soll, muss. Die Sensibilität der Branche hat zweifelsohne ihren Teil dazu beigetragen, dass es so schnell gegangen ist. So fiel quasi über Nacht das Zugpferd für den gesamten Messeplatz Berlin aus, was sich vor allen Dingen an den internationalen Besucherzahlen ablesen lassen wird.

Die mittlerweile grossen Messen wie hauptsächlich die Panorama zum Beispiel haben von den Ausstellern durch den Wegfall von Tempelhof profitiert und mit einer entsprechenden Flächenvergrösserung reagiert, auch die Premium muss sich nicht um Besucherzahlen und Aussteller sorgen. Es ist schon erstaunlich, wie immer und immer wieder die gleichen Fehler im System gemacht werden. Eine Messe im Allgemeinen, ein Messeveranstalter im Besonderen, sollte nie das Ziel aus den Augen verlieren, primär Dienstleister zu sein. Die Branche braucht keine Messen, die glauben, den Markt diktatorisch beherrschen zu können, die glauben alles besser zu wissen, die glauben bewährte Spielregeln ausser Kraft setzen zu können. Bei allem Wunsch nach Veränderung sollten die Vernunft, das Wissen um die Abläufe und die Bedürfnisse der Aussteller im Vordergrund bleiben. Ansonsten drängt sich das uralte Sprichwort auf: „Hochmut kommt vor den Fall“.

Eine zweite Hiobsbotschaft er-schüttert die gesamte Branche, die in ihren Dimensionen noch nicht abzuschätzen ist. Es ist der freie Fall des Rubels, da Russland in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem starken Handelspartner der deutschen Industrie, speziell auch der Bekleidungshersteller geworden ist. Hier brechen im Moment die Umsätze in gleichem Tempo weg, wie sich die Währung auf Talfahrt begibt. Darüber hinaus verdeutlichen die Sanktionen, wie komplex und eng verzahnt Wirtschaft und Politik funktionieren, soll heissen, nicht funktionieren.

Gerade in diesem Moment des Schreibens am Leitartikel erreicht uns die Nachricht, dass Karl Heinz Müller für die Bread & Butter GmbH, zu der auch die Einzelhandelssparte mit den drei 14 oz-Stores gehört, Insolvenz angemeldet hat. Auch davon hätte uns im Sommer noch keine Menschenseele überzeugen können.

C’est la vie!

Redaktion KLAR-TEXT
Sybille & Eugen Rapp


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