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Interview: RA. Wolfgang May – Vertriebsleiter Modint GmbH im KLAR-TEXT.

KLAR-TEXT: Die Modint GmbH ist als deutsches Tochterunternehmen aus dem Verband der Textil- und Bekleidungsindustrie in Holland hervorgegangen, ein Verband, den wir seit Jahrzehnten als besonders innovativ kennen. Welches Ziel verfolgt Ihr Unternehmen?

Wolfgang May:
Seit Jahren beobachten wir dramatische Veränderungen in der Fashion-Branche. Orderrhythmen haben sich verschoben, das über Jahrzehnte saisonal bestimmte Zwei-Kollektionen-Modell ist aufgehoben, die Vororderquote auf dramatische Werte gesunken. Damit sind die über Jahre für die ganze Branche geltenden
Einnahmen- und Ausgaben-Ströme aufgeweicht und haben ihre Sicherheitsfunktion für die Beschaffung der
Finanzierungsmittel eingebüßt. In dieser Situation ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Zahlungsflüsse
optimal gesteuert, die Außenstände auf ein Minimum reduziert werden. Und genau hier bietet die Modint
GmbH die Optimierung durch ein präventives, branchenspezifisches Forderungsmanagement an. Als Spezialdienstleister ausschließlich für Industrieunternehmen der Outfit-Branchen Bekleidung, Textil, Schuhe und Heimtextil. Mit einem Konzept, das international ausgerichtet und bereits erfolgreich in den Niederlanden im Einsatz ist, gestützt auf über 60 Jahre Erfahrung im Bereich Credit & Finance der Fashion-Branche.

KLAR-TEXT: Ein präventives Forderungsmanagement, was haben wir uns darunter vorzustellen?

Wolfgang May:
Generell ist das oberstes Ziel des Forderungsmanagements, die Außenstände eines Unternehmens innerhalb der vertraglich vereinbarten Zahlungsziele einzufordern. Unser Ansatz geht noch einen Schritt weiter: Die Forderungen müssen so weit wie irgend möglich ohne gerichtliche Hilfe eingetrieben werden und
dabei so „schonend“, dass die Kundenbeziehung nicht beendet wird. Das ist nur dann zu erreichen, wenn man
nicht erst dann reagiert, wenn eine Forderung notleidend wird, sondern präventiv an das Thema Forderungsmanagement herangeht. Genau darauf ist unser Dienstleistungsangebot ausgerichtet. Es umfasst die folgenden, selbstverständlich auch einzeln buchbaren Elemente : ++ auf das jeweilige Exportland abgestimmte und rechtsgültig vereinbarte Zahlungs- und Lieferbedingungen ++ Kreditauskünfte, bei der wir auf eine eigene, tagesaktuelle Datenbank mit über 100.000 Debitoren im Zahlungsverzug aus ganz Europa zugreifen können ++ Debitorenmanagement, d.h. Betreuung der Schuldner ab Rechnungsstellung inklusive Mahnwesen bis zum Inkasso ++ branchenspezifisches B2B-Inkasso, bei dem wir, wie im Debitorenmanagement, ausschließlich Kreditmanager mit Branchenerfahrung einsetzen, die den Schuldner in seiner Landessprache ansprechen ++ optimierte Kreditversicherungs-Policen durch die Einbeziehung unserer Dienstleistung in die Verträge ++ ebenso im Falle einer Finanzierung über Factoring.

KLAR-TEXT: Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie arbeitet im Schnitt mit sehr geringen Margen, ist da überhaupt Budget für Ihre Dienstleistungen vorhanden?

Wolfgang May:
Als Insider der Branche nehmen wir mit unseren Angeboten natürlich genau darauf Rücksicht. So schließen wir generell keine Rahmenvereinbarungen
ab, sondern arbeiten Einzelfall bezogen. Darüber hinaus sind wir für unsere günstigen Konditionen bekannt. Für die außergerichtliche Eintreibung einer Forderung berechnen wir beispielsweise lediglich 6% des Forderungsbetrages,
unabhängig davon, ob es sich um einen Schuldner
im Inland oder Ausland handelt. Dieser Betrag wird
zudem dem Schuldner zusätzlich als Schadenersatz
in Rechnung gestellt und von uns mit eingetrieben.
Jeder unserer Kunden kann mit dieser offenen und
unkomplizierten Berechnung sehr schnell erkennen,
dass das Ergebnis den Aufwand bei weitem übersteigt.

KLAR-TEXT: Der deutsche Bekleidungsmarkt stagniert nahezu, sodass die Industrie auf die Steigerung Ihrer Exportquote angewiesen ist. Wie sieht Ihre Unterstützung hier aus?

Wolfgang May:
Die Internationalität des Modegeschäftes steht natürlich im Fokus unseres Leistungsangebotes. Gerade hier können wir mit unseren seit Jahrzehnten aufgebauten Kontakten in die europäischen Exportmärkte unsere Kunden in deren
Forderungsmanagement entscheidend unterstützen.
Sei es durch länderspezifische Zahlungs- und Lieferbedingungen, die mit dem dort geltenden Recht
nicht in Widerspruch stehen, über ein Debitorenmanagement durch die Landessprache beherrschende Kreditmanager über die viele Industrieunternehmen nicht verfügen, bis hin zur Inkassotätigkeit im Zusammenspiel mit unseren Partnern in den Exportmärkten.

KLAR-TEXT: Gerade Russland zeigt, wie schnell politische Entscheidungen die wirtschaftlichen Verhältnisse auf den Kopf stellen können, wie sieht die Situation für die Industrie hier aus?

Wolfgang May:
Russland ist ein gutes, wenn auch extremes Beispiel für die Wichtigkeit von länderspezifischen Geschäftsbedingungen. In der aktuellen Krise mit vielen Zahlungsausfällen wurde nämlich erst registriert, dass es trotz bisher boomender Exportgeschäfte mit Russland keine bilateralen Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Gerichtsurteilen gibt. Das bedeutet, dass bei einer deutschen Gerichtsstandsvereinbarung ein hier
erstrittenes Zahlungsurteil in Russland nicht vollstreckt
werden kann. Nur das Unternehmen, das in seinen AGBs ein Schiedsgerichtsverfahren vorgesehen hat, kommt hier glimpflicher davon, da dies nach einem Abkommen aus dem Jahr 1958 das einzige zwischenstaatlich anerkannte Streitverfahren ist. Und natürlich muss man dann auch wissen, wie die Gelder konkret hereingeholt werden können. Eine Aufgabe für das Netzwerk der Modint-Spezialisten. Aber es geht bei der Ausgestaltung der Geschäftsbedingungen nicht nur um solche grundlegenden
juristischen Dinge, sondern um ganz profane Regelungen,
die aber große finanzielle Folgen haben. So ist z.B. das in den Einheitskonditionen festgelegte Zahlungsziel von 60 Tagen für Resteuropa, in dem 30 Tage die Regel sind, äußerst „luxuriös“. Warum also Geld verschenken?

KLAR-TEXT: Wie sehen Sie die aktuelle Zahlungsmoral und die in diesem Zusammenhang oft gehörten Bedenken, den Kunden bei härterem Vorgehen gegen ihn zu verlieren?

Wolfgang May:
Wir stellen immer wieder fest, dass sich die Zahlungsmoral danach richtet wie konsequent ein Hersteller sein Forderungsmanagement betreibt: Derjenige, der sich besonders „kulant“ bei der Geltendmachung seiner Forderungen zeigt, wird bestimmt nicht mit einer bevorzugten Bezahlung belohnt. Die Industrie sollte dabei keine Angst vor einem strikten Vorgehen haben. Zum einen hat eine aktuelle Studie des Bundesverbandes der Kreditmanager BvCM zusammen mit der FH Bochum ergeben, dass die Mehrheit der Schuldner ein solches Vorgehen nicht als schädlich für die Kundenbeziehung ansieht. Ganz besonders dann, wenn die eingesetzten Kreditmanager wie im Falle von Modint, aus der Mitte der Branche kommen. Zum anderen kann
die Industrie bei Einschaltung von Modint im Forderungsmanagement gerne darauf verweisen, dass
wir es sind, die für die Vorgehensweise verantwortlich
sind. Das Spiel „good guy, bad guy“ spielen wir
für unsere Kunden gerne mit.

KLAR-TEXT: Wir danken für das informative Gespräch.

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