DAS HAUS VON PORTUGAL
ist gut bis bestens aufgestellt in sämtlichen Varianten der Heim- und Haustextilien.



klartext-Titel
Lameirinho
Dass die Portugiesen nicht nur Fussball können, wissen wir schon seit vielen Jahren, da wir die Entwicklung der Textilindustrie , die ihren Schwerpunkt im Norden des Landes hat, schon mehrmals kommentiert haben Es ist ein Ausflug in das Land der Schönheit, der Ästhetik, ein Ausflug in ein Ambiente das sich in einem monumentalen ehemaligen Kloster auf den Anhöhen von Guimaraes präsentiert, wie es schöner nicht sein könnte. Zwei Tage konnten wir Produkte, Design und Qualitäten bewundern, da in der Pousada de Santa Maria Marinha da Costa Ende Juni des Jahres die Home Fashion Week stattfand. Wobei week etwas übertrieben ist, da es nur 2 Tage waren. Wenn ich sage wir, soll das heissen, dass ein internationales Team von Journalisten aus aller Herren Länder teilgenommen hat. Auch bei den Einkäufern ging es global zu, von Südafrika über USA bis Hongkong um nur einige zu nennen. Die Fotos stammen von Ilona Schulz, die Textile Network vertreten hat. Sie zeigen ein wenig von dem, was hier so begeistert beschrieben wird. Im Hintergrund dieser Veranstaltung stand der Verband Associacao Home, der die Interessen dieser Industrie vertritt, darüber hinaus ihre Stärke repräsentiert.



Es waren zwei Tage bei hochsommerlichen Temperaturen, die sowohl für die ausstellenden Firmen, als auch für die Einkäufer von Erfolg geprägt waren, am Ende waren beide Seiten glücklich. Ein Freund und Einkäufer aus Deutschland, Hans Voigt von der Firma TAVO in Treffelstein beschreibt das so: „Ich hatte mir bei der Anreise von dieser Messe nicht viel versprochen, umso grösser war die Überraschung was ich hier an fantastischen Unternehmen gefunden habe.“
In den beiden Tagen wurden uns jeweils drei Fabriken vor Ort vorgestellt, die naturgemäss allesamt nur und ausschliesslich Heim- und Haustextilien produzieren.
Am 28.Juni 2016 stand die Firma LASA als erste auf der Agenda. Wie alle anderen auch, lebt man hauptsächlich vom Export, hier sogar zu 99 (in Worten: neunundneunzig) Prozent. Angenehm gestalteten sich die Besuche, da meist selbstbewusste charmante Frauen mit von der Partie waren, wie hier zum Beispiel eine der beiden Töchter des Firmengründers. Das Unternehmen wurde 1971 von Armando da Silva Antunes, der uns auch kurz persönlich begrüsste, gegründet. Auf die Grösse eines Taschentuches zugeschnitten hat alles angefangen, dann kamen Frottier- und Badtextilien dazu. Wie die meisten hier ist auch LASA ein vertikaler Betrieb mit einer eigenen Spinnerei. Die oben bereits erwähnte Exportquote geht primär nach Europa, aber auch in die USA, nach Südamerika, in Asien sind es Japan, Thailand, Singapur Taiwan und sogar nach China.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Objektgeschäft, Hotels, Spa , etc. Es ist zu hundert Prozent ein Familienunternehmen, zwei Töchter stehen für Design, Marketing und Entwicklung, ein Sohn für die Produktion. Neben dem Objektgeschäft geht man auch direkt in den Einzelhandel. Die Divisionen sind: LASA International, bringt jährlich zwei Kataloge heraus, stellt 450 Tonnen Handtücher, Bademäntel und Badematten pro Monat her.
A & A existiert seit 2011 und steht für Möbelbezugsstoffe und hochwertige Interieur Designer, wie zum Beispiel Anna French, Thibault u.s.w.
Luzmont wurde im Jahr 2000 gekauft und produziert Bettwäsche, Tagesdecken, Kissen rund um‘s Bett sowie Mix-and-Match, Coordinates, Badtextilien und Bademäntel.
Lasarito Kids by Lasa, ist auf Kinder- Badtextilien spezialisiert.
La Granja ist für Küchentextilien zuständig.
Filasa heisst die Spinnerei die Baumwolle aus Spanien und Indien verarbeitet und damit monatlich 800 Tonnen Garn herstellt. Das Imperium hat drei Produktionsstätten und erwirtschaftet mit 800 Angestellten 65 Mio Euro jährlich.
Deutschland ist der zweitwichtigste Markt mit 15,0 Mio Euro Umsatz, der Vertrieb läuft über Kleinmann. Darüber hinaus wird für deutsche Fussballclubs Fanartikel wie Handtücher, Schals etc, für FC Bayern München , Herta und viele andere produziert.
Weiter geht es mit einem wesentlich kleineren Betrieb: Castros & Marques Lda. Hier entwickelt man zusammen mit den Kunden das Design für Bett- und Frottierwäsche. Mit 35 Mitarbeitern tätigt man einen turnover von 5-6 Mio Euro pro Jahr. Man hat einige Grossabnehmer vor Jahren verloren, findet aber im Moment wieder Schritt für Schritt zurück. So zum Beispiel mit Handtücherlizenzen von Ralph Lauren für Europa. Die meisten Garne werden in Portugal gekauft, dementsprechend schnell können auch kleinere Mengen hergestellt werden. Die Exportquote liegt bei 90%. Das Objektgeschäft hat nur einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz. Insgesamt sind die Produktionskapazitäten nicht voll ausgelastet.
Zum Abschluss des ersten Tages kommen wir noch zu Pereira da Cunha. Dieses Familienunternehmen wurde 1936 gegründet und hat heute in dritter Generation 55 Mitarbeiter die 7 Mio Euro Jahresumsatz tätigen. Der wichtigste Absatzweg führt nach USA, gefolgt von Deutschland wo man zum Beispiel seit 20 Jahren bei der Otto Group stark gelistet ist.
Neben der eigenen Kollektion ist man auch im Private Label Bereich zu Hause. Die Heimtextil in Frankfurt ist neben der Textile Market Week New York die wichtigste Messe.
Tagesdecken, Kissen und dekorative Duschvorhänge stehen bei Pareira da Cunha in der Produktrange ganz oben.
Nach diesen massiven Eindrücken folgt der zweite Tag. Mit Domingos de Sousa beginnt die Tour. In zweiter Generation geführt wurde das Unternehmen 1979 gegründet und stellt heute 400 Tonnen monatlich an Frottiertüchern her. 420 Beschäftigte zählt die vertikale Firma, für 2016 wird ein Gesamtumsatz von 45 Mio Euro erwartet. 2012 kam ein neues Unternehmen mit dem Slogan „Mi casa es tu casa“ hinzu, spezialisiert auf Bettwäsche bei 5 Mio Euro Umsatz jährlich.
Gearbeitet wird in drei Schichten. Deutschland ist neben Spanien und Frankreich ein sehr wichtiger Markt. Zum anderen gehen die Exporte weltweit von den USA bis nach Japan. Im September kommen zehn neue Webmaschinen dazu, dann sind es 84. Bis jetzt waren es 10 Dobby, 64 Jacquard. Insgesamt verfügt der Konzern über drei Produktionsstätten und erwirtschaftet 70% des Umsatzes mit Frottiertüchern und Tischwäsche.
Last but not least geht es über das Land hinaus zum Giganten Lameirinho. Ein riesiges Firmengelände, einhundertachtundfünfzig Webmaschinen, vornehmlich von Sulzer Rüti aus der Schweiz und 680 Beschäftigte stellen ein Unternehmen dar, das wiederum einem reinen Familienbetrieb zuzuordnen ist. Nach dem Motto: Weaving innovativ since 1948 wird der Jahresumsatz mit 57 Mio Euro beziffert. Was uns in dieser Firma besonders auffällt, ist die Achtung und der Respekt für die Angestellten. So ist es nicht von ungefähr, dass eine grosse schwarze Tafel den Eingangsbereich ziert, die alle fünf Jahre aktualisiert wird, mit der Überschrift „Human Care“ und alle 680 Beschäftigten mit Vor- und Familiennamen, vom Inhaber bis zum Pförtner in gleicher Schriftgrösse ausweist.
Mit dieser absolut positiven Impression kehren wir zurück zur HOME Fashion Week in Guimaraes und sehen teilweise Produkte der besuchten Firmen im schönen Licht der Pousada wieder.
Zwei Tage Heim- und Haustextilien, zwei Tage, die man so schnell nicht vergisst.


klartext-Titel
More Textile Group

Weitere Berichte ...

Showroms/Messen suchen




Fashion Mall -Haus titan