48.Modtissimo
Der Tisch war reichlich gedeckt



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und Manuel Serrão hatte mächtig Appetit auf eine erfolgreiche 48zigste Modtissimo.
So waren wir einmal öfter dabei, als sich die grossen, schweren Tore der Alfândega do Porto weit öffneten. In der Textil- und Bekleidungsmetropole Portugals fand am 21/22zigsten September des Jahres 2016 diese Messe statt und dazu haben wir denjenigen, der vor, neben und hinter dieser Veranstaltung allgegenwärtig steht ein paar Fragen gestellt:

KLAR-TEXT: Die Messe ist wieder an ihren Standort Alfândega do Porto nach ihrem Ausflug in den Porto Airport zurückgekehrt. Was waren die Gründe für diesen Locationwechsel?

Manuel Serrão: Wir geben unserer Messe gern neue Energie und wollen die Aussteller und Einkäufer nicht immer da unterbringen, wo sie bei den vorigen Messen schon waren. Die Textilbranche in Portugal hat Tradition. Wir wollen die Messe auf nationaler und internationaler Ebene als so vital wie die Branche selbst etablieren, die ihren Export immer weiter steigert.

KLAR-TEXT: Wie wurde die Messe auf dem Flughafen insgesamt angenommen und bewertet?

Manuel Serrão: So gut, dass sie im Februar 2017 wieder auf dem Flughafen stattfindet! Es war eine für Aussteller und Einkäufer überaus positive Messe. Wir hatten einen Zuwachs an internationalen Besuchern, da die Location Flughafen eine Hin- und Rückreise am selben Tag ermöglichte. So können die Einkäufer mit dem ersten Flieger anreisen, ihr Sourcing machen und abends wieder nach Hause fliegen. Für die nächsten fünf Messen werden wir beide Locations beibehalten: im Februar auf dem Flughafen und im September in der Alfândega do Porto.


KLAR-TEXT: Portugal hatte immer schon sehr enge Handelsbeziehungen zu England, was wird sich durch den Brexit in der Textil- und Bekleidungsindustrie ändern?

Manuel Serrão: Ganz Europa ist gespannt, wie sich dieser Brexit auf die Wirtschaft und die Handelsbeziehungen auswirkt. Ich glaube jedoch, dass die historische Allianz, die Portugal seit Jahrhunderten mit England verbindet, überwiegt und den Ausschlag bei diesem Übergang geben wird.

KLAR-TEXT: Was kann man abschließend zur 48. Modtissimo sagen?

Manuel Serrão: Vor allem, dass die MODTÍSSIMO eine Messe ist, die immer internationaler wird. Dies ist eine unserer großen Zielstellungen. Wir wollen eine Textilbranche, die tonangebend in der Welt ist, und haben eine der ältesten Messen auf der Iberischen Halbinsel, die vom Wohlergehen dieser Branche kündet.

KLAR-TEXT: Das Shortview führte Eugen Rapp

Nicht schlecht überrascht und sehr erfreut waren wir, als wir bereits am Frankfurter Flughafen einen der besten Herrenausstatter der Bundesrepublik Dr. Karl-Wilhelm Vordemfelde mit seiner Frau Sabine auf dem Weg nach Oporto angetroffen haben.
Auch ihn konnten wir für ein Interview gewinnen, das kompetent und offen auf unsere Fragen eingeht:

KLAR-TEXT: WILVORST, eine Marke mit extrem hohem Qualitätsanspruch. Kann da ein portugiesischer Zwischenmeister mithalten?

Dr. Karl-Wilhelm Vordemfelde: WILVORST ist einer der wenigen deutschen Hersteller, die noch eine eigene Produktion in Deutschland haben. Damit wird die Qualität garantiert, die wir unseren Kunden versprochen haben. Dennoch hat auch WILVORST in Slowenien, Kroatien und Rumänien Produktionsstätten, in denen die gewünschte Qualität für Anzüge, Sakkos und Hosen nach dem Maßstab WILVORST gefertigt werden.
Unsere Eindrücke auf der Modtissimo waren, dass es auch portugiesische Hersteller gibt, die sowohl für den Bereich Anzüge/Sakkos, wie auch für den Bereich Accessoires als Lieferanten für unser Haus in Frage kommen. Wir haben einige Kontakte geknüpft und erhalten Angebote, die wir sorgfältig prüfen werden. Qualität ist ein Aspekt, ein anderer sind aber auch die Kosten. Es wird sich zeigen, ob die portugiesischen Betriebe mit den Produktionsstätten in Osteuropa mithalten können.

KLAR-TEXT: Worauf war Ihr Interesse besonders gerichtet?

Dr. Karl-Wilhelm Vordemfelde: Wir waren in erster Linie natürlich gespannt, wie schlagkräftig die portugiesische Textilindustrie ist. Es gibt mit den Firmen Paulo De Oliveira, Tessimax und Penteadora schlagkräftige Firmen, die auf dem Weltmarkt sowohl preislich, wie auch qualitativ mithalten können. Auch andere Betriebe machten einen guten Eindruck.
Insgesamt muss man jedoch feststellen, dass die Anzahl der Textilhersteller im Bereich Wolle und Wollemischungen klein ist. Die Modtissimo ist damit eher eine Regionalmesse, auf der sich die portugiesische Industrie präsentiert. Mit den großen Stoffmessen in München, Mailand und Paris kann diese Messe nur schwerlich konkurrieren, da der internationale Aspekt fehlt und das Angebot einfach zu klein ist. Dennoch, die Gespräche mit den Lieferanten haben einige neue Qualitäten und Musterungen gebracht, sodass wir mit den Gesprächen insgesamt zufrieden waren.

KLAR-TEXT: Portugiesische Gastfreundschaft?

Dr. Karl-Wilhelm Vordemfelde: Die Gastfreundschaft der Portugiesen ist sprichwörtlich gut. Die Ambassade du Portugal hat sich mit ihrem Repräsentanten Herrn Carlos Figueiras sehr um seine Gäste aus Deutschland gekümmert. Sowohl die Bereitstellung der Messeunterlagen, wie auch die Transferfahrten und die Betreuung auf dem Messegelände waren ausgezeichnet.

KLAR-TEXT: Ihre Frau haben wir sehr aktiv erlebt. Ist sie auch im Metier der HAKA zu Hause?

Dr. Karl-Wilhelm Vordemfelde: Meine Frau Sabine Vordemfelde ist seit 30 Jahren Mitarbeiterin der WILVORST-Herrenmoden GmbH. Sie ist dabei seit 15 Jahren eigenständig verantwortlich für die Erstellung unserer festlichen Stoffkollektionen AFTER SIX, PRESTIGE und CLASSICS. Sie hat ein sicheres Stilempfinden und viele Kollektion erfolgreich erstellt. Insofern war sie auch sehr interessiert zu sehen, welches Angebot die Modtissimo für WILVORST bietet.
Insgesamt hat die Messe Modtissimo in Porto auf uns einen sehr guten Eindruck gemacht. Die Messe war geteilt in die Bereiche Sourcing und Textilherstellung. Der Schwerpunkt lag bei portugiesischen Ausstellern, die ihre Produkte gut dargestellt haben. Die Messe hatte eher einen regionalen Charakter, gibt aber einen guten Überblick über das Angebot aus Portugal.

KLAR-TEXT: Wir bedanken uns für das Gespräch.

Monica Meye, Key Account Director der Mega NFC International Distributions GmbH aus den Niederlanden hat sich wie folgt geäussert:
Die 48zigste Modtissimo in Porto war sehr interessant und informativ. Wir haben viele gute Kontakte geknüpft und sehr schöne Materialien und Stoffe gesehen, die für unsere Produktentwicklung sehr nützlich sein werden.
Die Messe hat sich gelohnt, alles war gut organisiert und wir haben köstlich gegessen. Die Menschen waren sehr offen und freundlich.

Ein „Hole in One“ haben wir mit der Antwort zur Messe von der Geschäftsführerin der Golfmode Brittigan von Britta Ahrens aus Hamburg, erhalten in Form von fünf Buchstaben: P R I M A.

Was soll man dazu noch sagen? Der Tisch war ergo nicht nur reichlich, er war gut bis bestens gedeckt, ganz nach dem Geschmack der portugiesischen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Eugen Rapp



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